Rezension

Rezension

„Eisenmund“ von Norbert Büttner

Mir wurde vor kurzem das Buch „Eisenmund“ von Norbert Büttner empfohlen. Es ist das Verdienst der Mediengruppe Neuer Weg, es im Februar 2025 aufgelegt zu haben.

Korrespondenz aus Braunschweig

Ich habe es schnell gelesen. Dazu verführt es, weil es viele kurze Texte sind. (…) Viele kurze Geschichten behandeln Kulturschaffende und beurteilen sie. So z.B. Sartre, Verdi, Wagner, „berühmte“ Anarchisten wie Sawinkow, aber auch „jüngere“ Autoren wie Orwell, Walser oder verschiedene Filme und Regisseure. Sie werden historisch und dialektisch in ihrer gesellschaftlichen Epoche, bzw. in ihrer Klassenlage und weltanschaulichen Grundhaltung betrachtet. Ich kann diese historischen Personen sicher nur bedingt beurteilen. Aber selten erfährt man so viel von ihnen, die bis heute bei der Verankerung der bürgerlichen und kleinbürgerlichen Weltanschauung wirken.


So auch die allgegenwärtigen „Detektiv-Geschichten“ (Krimis), die eine lange Geschichte haben und sich bis heute gewandelt haben. Damals wie heute verschleiern sie die Klassenverhältnisse, verankern die kleinbürgerliche Denkweise und sind vielleicht deshalb in den bürgerlichen Medien so beliebt. Ganz ähnlich die Rolle von „Western“.


Das Buch schärft die Sinne und ist in gewisser Hinsicht eine Ergänzung der Bücher der Reihe „Die Krise der bürgerlichen Ideologie“, die ebenfalls beim Verlag Neuer Weg erschienen sind. Die wenigen Kurzgeschichten, die u. a. die Person Lenins zeigen, sprechen über die Schwierigkeiten des sozialistischen Aufbaus nach der Oktoberrevolution und zeigen sehr eindrücklich, dass dieser Aufbau nur gestützt auf das tiefe Vertrauen in die Massen gelingen konnte und nicht mit bloßen Anordnungen. Es gibt einen kurzen Einblick auf die großen Aufgaben, vor denen alle klassenbewussten Arbeiter beim Aufbau des Sozialismus stehen. Auch kleinbürgerlichen Feministinnen wird in ihre Geschichte gefolgt und den „Antideutschen“ und Trotzkisten wird ein Stück die Hose heruntergezogen. Es wird deutlich, dass der Autor Marxisten-Leninisten sehr nahe steht.

 

Dass Norber Büttner als Arbeiter gelebt hat, kann ich als Arbeiter unbedingt nachvollziehen. Er wird wie viele seines Jahrgangs (1962) jetzt im „Ruhestand“ sein. Die Bedingungen der Arbeitswelt habe ich selbst erfahren und die Gefühle und der Umgang damit werden von ihm feinfühlig, aber auch kritisch beschrieben. Das Buch nimmt einen proletarischen Klassenstandpunkt ein und greift Antikommunismus oder den Revisionismus an. Das Buch ist leichter zu lesen, wenn man in der Geschichte der Arbeiterbewegung etwas bewandert ist, aber es regt auch an, sich damit zu befassen. (…)

 

Herzlichen Dank für diese Mühe!

 

Das Buch kann hier gekauft werden