Gefährliche Gesamtentwicklung
2025: Zweitwärmstes Jahr seit 1850 - Weltklimakatastrophe oder gar Entwarnung?
„Na ja, die globale Durchschnittstemperatur ist ja 2025 gegenüber dem Rekordjahr 2024 gar nicht weiter angestiegen, im Gegenteil“. Also Entwarnung, sagt vielleicht mancher, der von den Leugnern der globalen Umweltkrise wie der AfD beeinflusst ist. Das ist aber eine vereinfachende Betrachtung und blendet die höchst gefährliche Gesamtentwicklung aus.
Entwicklung historisch wissenschaftlich einordnen
Anfang Dezember meldete der EU-Dienst Copernicus, dass im Jahr 2025 die globale Durchschnittstemperatur um 1,48 Grad über der des Zeitraums von 1850 bis 1900 liegen wird. Das Jahr 2024 hatte erstmals das unwissenschaftliche 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens gerissen. 2023 und 2025 liegen nur knapp darunter. Die Jahre 2023 bis 2025 sind die mit Abstand wärmsten Jahre seit 1850. Geht es hier nur um abstrakte Zahlen und Messwerte? Nein! Es geht um Veränderungen in der Natur, die in der kapitalistischen Produktionsweise ihre Ursache haben: immer weiter steigende globale Treibhausgasemissionen durch die Verbrennung fossiler Energieträger. Sie sind die Hauptursache des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur. Die CO2-Emissionen werden im Jahr 2025 einen neuen Rekord von 38,1 Milliarden Tonnen erreichen, etwa 400 Millionen Tonnen mehr als im Vorjahr. (1)
Faschisten leugnen die Ursache der Erderwärmung
Der faschistische US-Präsident Trump hat die USA aus dem Greenwashing-Prozess der 1992 begonnenen UN-Klimakonferenzen abgemeldet. Aber nicht aus Kritik an deren Scheitern, sondern mit der „Begründung“: „Der Klimawandel - das ist der weltweit größte Betrug aller Zeiten“ (2): Fake hoch drei, ohne mit der Wimper zu zucken. Leugnung wissenschaftlicher Erkenntnisse und aggressive Bekämpfung jeglicher Umweltschutzmaßnahmen wie die Schließung von Katastrophenvorwarnzentren. Alles für die Profite der fossilen Monopole – das ist sein Credo!
El Niño verstärkte den Temperaturanstieg
Das Naturphänomen El Niño transportierte von 2022 bis 2024 riesige Wärmemengen aus dem Pazifik in die Erdatmosphäre. „Na also, alles natürliche Vorgänge“, würden wieder manche Skeptiker sagen, im Stil von „einfache Lösungen für komplexe Prozesse“. Doch von wegen „rein natürlicher Vorgang“. Über Jahrzehnte wurde über 90 Prozent der aus fossiler Verbrennung stammenden Wärmemenge in den Ozeanen gespeichert. Nicht die abnehmende Speicherkapazität des erwärmten Meerwassers für CO2 und Wärme ist hier der entscheidende Faktor, sondern die Eigenschaften des El Niño, durch Strömungsveränderungen Wärme aus dem über Jahrzehnte aufgeheizten Ozean in die Atmosphäre zurückzutransportieren. Auch durch El Niño verursachte Brände erzeugten zusätzliche Wärme. Das begünstigte die neuartige Zerstörungskraft der in den letzten Monaten aufgetretenen Hurricanes und Taifune. „Mit jedem Jahr werden die Risiken des Klimawandels weniger hypothetisch und mehr zu brutaler Realität“, warnt Friederike Otto, Professorin für Klimawissenschaft am Imperial College London.
Allseitige Wechselwirkung und Selbstverstärkung im Prozess der globalen Umweltkatastrophe
Mittlerweile lässt die natürliche Speicherkapazität der Biosphäre für CO2 deutlich nach. Aufgrund der Brände, von Trockenheit und Dürren schlägt die CO2-Bindung der Pflanzen in CO2-Freisetzung um. Diese Prozesse gehören zur Eigendynamik der mittlerweile begonnenen globalen Umweltkatastrophe, wie auch das Auftauen der Permafrostböden und das Schmelzen der polaren Eiskappen. Hinzu kommt die massive Abholzung der Wälder. Das Buch „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen“ bringt diese Entwicklung auf den Punkt: „Die neue Qualität (der begonnenen globalen Umweltkatastrophe) besteht in dem nun in Gang gesetzten Prozess der Selbstzerstörung verschiedener Elemente der Biosphäre, der gesetzmäßig nach und nach alle natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen gefährdet, untergräbt und schließlich beseitigt“. (3)
Extremwetter trafen 2025 immer mehr Menschen
Einige Regionen erlebten ihr trockenstes Jahr seit Aufzeichnungsbeginn, darunter Teile Zentralafrikas, Westaustraliens, Brasiliens und des Nahen Ostens. In Iran etwa wird die Wasserversorgung der Hauptstadt Teheran immer kritischer. Stürme und Überschwemmungen zerstörten ganze Landstriche, so regnete es Anfang April im Einzugsgebiet des Mississippi in den USA so viel wie noch nie, die folgenden Fluten verursachten wirtschaftliche Schäden von bis zu 90 Milliarden US-Dollar. Ebenso getroffen von heftigen Regenereignissen waren etwa Pakistan, Sri Lanka, Indonesien, Botswana oder die Kapverden. Schlimme Stürme erlebten die Philippinen, wo Anfang November gleich zwei zerstörerische Taifune über die Inseln fegten. Kurz davor hatte Hurrikan Melissa in der Karibik große Teile Jamaikas und Kubas verwüstet.
Wie mit dieser grundlegenden Qualifizierung umgehen?
Nichts tun und damit den faschistischen Leugnern folgen, das führt die Menschheit verantwortungslos in den Abgrund. In AfD-Manier das Problem einer preiswerten Lösung des Energiebedarfs für die Massen scheinbar mit „billigem russischem Gas“ lösen? Das dient nur der Köderung der Massen. Die hohen Preise für die Profite der Gas- und Ölkonzerne hat die AfD stets ausgeblendet. Auch russisches Erdgas bedeutet Nutzung fossiler Energieträger.
Kampf zur Abmilderung der begonnenen globalen Klimakatastrophe
Als wirklich wirksame Maßnahme muss die sofortige Umstellung auf den Auf- und Ausbau der Erzeugung erneuerbarer Energie für Strom, Wärme und Kühlung durch Sonne, Wind, Wasser- und Wellenkraft sowie Erdwärme durchgesetzt werden. Diese und weitere Schutzmaßnahmen gegen die globale Umweltkatastrophe müssen auf Kosten der internationalen Monopole als Hauptverursacher, als Schule des Klassenkampfs, um eine gesellschaftsverändernde Umweltbewegung, um die Einheit von Arbeiter- und Umweltbewegung geführt werden. (4)
Die globale Umweltkatastrophe ist ein irreversibler Prozess, gesetzmäßig verursacht durch das imperialistische Weltsystem. Die natürliche Umwelt kann nur durch seine revolutionäre Überwindung und den Aufbau des echten Sozialismus gerettet werden.