Provokation von VW –
Drei Jahre Nullrunde?
Der VW-Vorstand geht mit einer offenen Provokation in die Tarifverhandlungen. Laut internen Unterlagen und Information des Europäischen und Weltkonzernbetriebsrats hat er die Personalverantwortlichen weltweit angewiesen, die Gehälter bis 2030 einzufrieren – Nullrunden, keine Entgelterhöhungen. Die Vorgabe gilt bereits seit Anfang Oktober. Zusätzlich sollen variable Vergütungen, Sonderzahlungen und weitere Leistungen gekürzt werden können.
Das ist kein Verhandlungsangebot, sondern eine Kampfansage. Wer so in Tarifverhandlungen geht, will diktieren.
Die IG Metall fordert zurecht fünf Prozent mehr Geld. Genau dafür muss in dieser Tarifrunde gekämpft werden – nicht für Abschlüsse, die hinter der Inflation zurückbleiben oder Verzicht bedeuten.
Die Folgen sind klar: Bei anhaltender Inflation drohen Reallohnverluste von rund zehn Prozent bis 2030. Das trifft Hunderttausende Familien. Gleichzeitig läuft das Programm zur drastischen Steigerung der Ausbeutung auf allen Ebenen weiter: Der Vorstand plant die Vernichtung von rund 110.000 Arbeitsplätzen, höhere Ausbeutung in den Werken durch engere Taktzeiten und Samstagsschichten sowie weitere Angriffe auf die Beschäftigten und die Umwelt – einschließlich der Umstellung von Werken auf Kriegswirtschaft. Werkschließungen bzw. das Auslaufen von Standorten stehen weiter auf der Agenda.
Die Kündigung der Tarifverträge hat bereits gezeigt, dass der Vorstand sich an keine Zusagen gebunden fühlt. Es braucht harte gewerkschaftliche und selbstständige Streiks – in den Werken, branchenweit und mit den Zulieferern.