Dokumentiert
Die türkische Arbeiterklasse setzt ihre Proteste fort
Die Rote Fahne Redaktion dokumentiert aus Evrensel Gazetesi. Herzlichen Dank an einen Leser aus Gelsenkirchen für die Übersetzung:
Die Gewerkschaft DİSK (Devrimci İşçi Sendikaları Konfederasyonu) hat am 21. Dezember ihren Marsch von Istanbul-Kartal nach Ankara begonnen. Ziel des Marsches sind Forderungen wie die Abschaffung überhöhter Steuern für Arbeiter, die Anpassung der Löhne an die Inflationsrate, die Aufhebung von Beschränkungen für Gewerkschaften und die Beendigung der weit verbreiteten Entlassung von Arbeitern, die einer Gewerkschaft beitreten wollen.
Motto des Marsches: „Gerechtigkeit bei Einkommen und Steuern, menschenwürdige Löhne“
Die Führungskräfte der Gewerkschaft DİSK und der ihr angeschlossenen Gewerkschaften sowie die DİSK-Mitglieder veranstalten den „Ankara-Marsch“. In den Industriegebieten entlang der Marschroute finden Protestmärsche unter Beteiligung der Arbeiter statt. Gestern fand in der Arbeiterstadt Gebze ein Marsch statt, an dem Tausende von Arbeitern teilnahmen.
Die türkische Arbeiterklasse ist seit langem neben der Unterdrückung ihrer demokratischen Rechte und Freiheiten auch gezwungen, für niedrige Löhne zu arbeiten und zu leben. Die Löhne liegen unter der Inflationsrate. Heute liegt in den großen Städten der Türkei die Miete für die schlechtesten Wohnungen bei 30.000 bis 40.000 TL (596,85 Euro – 795,80 Euro), während die Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie bei 30.000 TL (596,85 Euro) und die Armutsgrenze bei 90.000 TL (1795,55 Euro) liegt. Der offizielle Mindestlohn für 2025 beträgt netto 22.000 TL (437,91 Euro). Es herrscht große Ungleichheit und Ungerechtigkeit. Während von der Arbeiterklasse und anderen Arbeitenden mehr Steuern erhoben werden, werden von den Kapitalisten fast keine Steuern erhoben.
Leider wird dieser Marsch der Arbeiter von regierungsnahen, reaktionären Gewerkschaften wie Türk-İş und Hak-İş unterstützt, die nicht zur DİSK gehören. Eines der größten Hindernisse für die Einheit und den Kampf der Arbeiterklasse sind diese reaktionären Gewerkschaften.
Im Kampf um die Durchsetzung ihrer demokratischen Forderungen werden die Arbeiter lernen, wie sie ihre wahre Freiheit erlangen können, indem sie das System der Lohnsklaverei zerstören.
Während des Marsches skandierten die Arbeiter: „Wir werden nicht die Sklaven der Bosse sein!“, „Wir werden uns nicht dem MESS unterwerfen!“, „Die Einheit der Arbeiter wird das Kapital besiegen!“, „Ein menschenwürdiges Leben, einen menschenwürdigen Lohn!“, „Wir wollen Steuergerechtigkeit!“, „Wir werden durch Widerstand gewinnen!“, „Vereinte Arbeiter sind unbesiegbar!“