Berlin
Palästina-Solidarität weiter sehr wichtig
Ca. 1500 Teilnehmer trugen gestern in Berlin, am internationalen Solidaritätstag mit Palästina, ihre Solidarität und Empörung über die anhaltenden Verbrechen der israelischen Regierung gegen die palästinensische Bevölkerung auf die Straße.
Getragen war die Demonstration von verschiedensten Organisationen wie Teilen des Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitee, Palästina-Solidarität Berlin, Aktivisten der Global Sumud Flotilla, Jüdische Stimme, MLPD, Solidarität International und weiteren. Alle einte, dass die Bevölkerung in Gaza weiterhin die internationale Solidarität braucht. Viele sind empört, dass man in den Medien kaum noch Berichte darüber hört, während Israel weiterhin Hilfsgüter verweigert, große Teile des Gazastreifens besetzt hält und immer wieder militärische Angriffe fliegt.
Kontroverse Diskussionen gab es, ob der Waffenstillstand, den emotional alle begrüßen, etwas an der Lage für die Menschen in Gaza verändert hat. Wie wichtig der Waffenstillstand ist berichteten vor allem Palästinenser von ihren Familien aus Gaza. Ja es fehlt den Menschen in Gaza weiterhin an allem - Nahrung, Wohnungen, warmer Kleindung, Medizin - aber dass die täglichen Luftangriffe, Angriffe bei der Lebensmittelverteilung deutlich zurück gegangen sind, ist unverzichtbar und der Widerstandswille für ein freies Palästina ungebrochen.
Neu war, dass Aktivisten der Global Sumud Flotilla, der Jüdischen Stimme und von Solidarität International, die Notwendigkeit weltweit mit breiten Zusammenschlüssen faschistische Regierungen zu bekämpfen, betonten. Der Vertreter der Jüdischen Stimme bekräftigte, dass für einen dauerhaften Frieden notwendig ist, dass sich Israelis und Palästinenser gemeinsam gegen die faschistische Netanjahu-Regierung und für einen eigenständigen palästinensischen Staat einsetzen.
Viel Beifall bekam der Vertreter von Solidarität International für den Gruß an die Demonstranten in Gießen, die dort gegen die Gründung der neuen AfD-Jugendorganisation protestieren und ähnlich wie die Palästina-Demo von massiver Polizei-Repression betroffen sind. Er kritisierte die deutsche Regierung für den verzweifelten Versuch, die Antisemitismus-Hetze gegen die Palästina-Solidarität neu zu beleben und gleichzeitig faschistische Kräfte, die wirklichen Antisemiten, zu fördern.
Er stellte den ICOR-Solidarpakt mit den Al-Awda-Gesundheitszentren vor, der insgesamt auf gr0ßes Interesse bei den Teilnehmer traf. Vor allem der Mut zur Organisierung von Brigaden zur medizinischen Unterstützung und dem späteren Wiederaufbau der Kliniken traf auf großen Respekt und Dank. Verschiedene Organisationen luden Solidarität International ein, den ICOR-Solidarpakt bei ihnen vorzustellen. Insgesamt 433 € sammelten wir direkt und viele nahmen darüber hinaus den Flyer zur späteren Überweisung ihrer Spende mit. Einzelne trugen sich direkt als Brigadisten ein. Bereits am Freitag Abend wurden über 270 € für Gaza bei einem Konzert im Treff International gesammelt.