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Mit Influencern auf der Mainstream-Welle?

Um ihre faschistische und rassistische Gesinnung zu verschleiern, bemüht sich die AfD gerade auch unter der Jugend um ein Image als Vertreterin des „Mainstreams“ und „Partei der Mitte“. Dafür stehen Influencer wie "Eingollan", dem online über 200.000 Menschen folgen, sowie "Ketzer der Neuzeit" mit über 500.000 "Followern"

Von cja
Mit Influencern auf der Mainstream-Welle?

Die beiden profilieren sich als harmlose Christen, deutsche Patrioten und "Fans" der AfD – wehren sich aber gegen Vorwürfe, rechts oder rassistisch zu sein. Ihre Inhalte bestehen großteils aus Straßeninterviews, gerne auch auf großen Veranstaltungen und sogar linken Demos.


Darin geben sie sich betont offen: Sie würden ja gern mit allen reden – aber insbesondere die Linken wären nie gesprächsbereit.


In Schleswig-Holstein können Muslime nun für zwei islamische Feiertage die Freistellung von der Arbeit beantragen. "Eingollan" veröffentlicht dazu ein Video: „UNFAIR! Deutschland führt islamische Feiertage ein?“ Das Video selbst enthält mal wieder eine Straßenumfrage – nur dumm, dass keiner der Befragten ein Problem mit dieser Feiertagsregelung hat.

Von der Antifa gejagt?

Eine Lieblingsbeschäftigung von "Ketzer der Neuzeit" und "Eingollan" ist es, auf Antifa-Protesten und CSD-Demos zu provozieren. Dafür benutzen sie Titel wie „So brutal wurde ich auf dieser linken Demo angegangen“, „13 Minuten linker Irrsinn PUR!“ oder „Feministen außer Kontrolle: Die ganze Demo ging auf mich los!“ – um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Auf den Thumbnails sieht man jeweils KI-generierte Antifaschisten mit bunten Haaren, die aggressiv schreiend auf die Influencer losgehen. Dort präsentieren sie immer das gleiche Bild: Sie versuchen, höflich auf die Leute zuzugehen, werden aber attackiert, angeschrien oder aus der Demo gedrängt.

Für Abfuhr selbst verantwortlich

Zwar gibt es unter Antifaschisten teilweise eine Geringschätzung der inhaltlichen Auseinandersetzung und sektiererisches Auftreten. So etwas nutzen diese Influencer natürlich schamlos aus und zerren es in den Vordergrund. Allerdings haben sie sich die Abfuhr schon vor allem selbst zuzuschreiben. Wer will schon mit seinem Gesicht unvorbereitet einem rechten Kanal für ein Interview zur Verfügung stehen, das dann womöglich noch geschnitten und aus dem Kontext gerissen wird? Ein Angebot von zwei linken Demonstranten, ohne Kameras zu reden, lehnte "Eingollan" beispielsweise ab. Diese Influencer verharmlosen systematisch die AfD und pushen selber rassistische Vorurteile.

(foto: Pixabay)
(foto: Pixabay)

Die beiden Influencer regen sich wie ihre Vorbilder in den USA manipulativ über angebliche Häme zum Tod des faschistischen Influencers Charlie Kirk in den USA auf, um jede antifaschistische Kritik damit gleichzusetzen. Kurz darauf startete "Eingollan" das Projekt „Deutschland, wir müssen reden“. Mit einem Pavillon, einem Tisch mit zwei Stühlen, einem Bild von Charlie Kirk und sehr vielen Kameras setzte sie sich in Hamburg auf die Straße – allerdings wollte auch hier kaum jemand mit ihr reden.