Zahl der Lehrstellen zurückgegangen

Zahl der Lehrstellen zurückgegangen

"Schwerer Sturm am Ausbildungshimmel"

Baden-Württembergs DGB-Vorsitzender sieht „schweren Sturm am Ausbildungshimmel aufziehen“ (1).

Von wb

In Baden-Württemberg ist die Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen 2024/2025 (2) um 3728 oder 4,8 Prozent zurückgegangen. Noch deutlicher im Bereich der Metall- und chemischen Industrie und des Maschinenbaus, wo das Minus 5,1 Prozent beträgt. Das war Thema beim Spitzengespräch des „Ausbildungsbündnisses“ von Landesregierung, Unternehmerverbänden, Gewerkschaften und Bundesagentur für Arbeit.

 

Der DGB-Landesvorsitzende Kai Burmeister sieht „zunehmend dunkle Wolken oder sogar einen schweren Sturm (am Ausbildungsmarkt) aufziehen. Die sich in den nächsten Jahren noch deutlich verschärfende Lage für die Jugend wird in der Öffentlichkeit noch wenig wahrgenommen. Denn in den bürgerlichen Medien wurde bislang nur von „Facharbeitermangel“ und einem „Bewerber-Ausbildungsmarkt“ gesprochen, weil Ausbildungsplätze im Handwerk oder auf dem Land nicht besetzt werden können.

 

Burmeister klagt an, dass „die Ausbildung (zum) Opfer des Strukturwandels und der Krise“ werde. Ja, nämlich der kapitalistischen Krisen, bei denen vornedran die Konzerne die Lasten auf die Beschäftigten, Jugend und übrigen Gesellschaft abwälzen wollen. Für Bosch zum Beispiel ist es quasi ein Naturgesetz, dass es „ein Verdrängungsproblem durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (gebe): klassische Einstiegstätigkeiten werden zunehmend automatisiert“. Klingt natürlich besser, als wenn Bosch sagen würde: wir wollen die sprunghaft gestiegene Produktivität bei der Einführung von KI für die weitere Steigerung unserer Profite nutzen, indem Arbeitsplätze abgebaut werden. Aber nur so geht kapitalistisch!

 

Die massenhaft stattfindende Arbeitsplatzvernichtung der hier konzentrierten Auto- und Zuliefer-, sowie exportabhängigen Großbetriebe schlägt jetzt voll auf die Jugend durch. Dazu zählt die derzeitige Methode bei Mercedes, Porsche oder Bosch, ihren „lieben Mitarbeitern“ Abfindungen „anzubieten“, um sie los zu werden. Doch jeder Arbeitsplatz, der weg ist, fehlt unserer Jugend und verbaut dieser die Zukunft. Deshalb fordern die Marxisten-Leninisten ihre Kolleginnen und Kollegen in den Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz oder in den Gewerkschaften heraus, auch aus Verantwortung für die Jugend gemeinsam den Kampf um jeden Arbeitsplatz zu führen. Und während Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) „Verständnis für die schwierige Situation der Unternehmen im Land hat“, muss unser Denken der Situation unserer Klasse gehören. Und dass ein System, das uns keine Zukunft geben kann, selbst keine Zukunft hat.