Dresden

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"Freie Sachsen" hetzen!

Am Donnerstag gab es einen tragischen Vorfall im Stadtteil Mickten: Ein Mann begann an der Straßenbahnhaltestelle, auf umstehende, völlig unbeteiligte Passanten einzuschlagen.

Korrespondenz
"Freie Sachsen" hetzen!

Der Nachrichtendienst "Pieschen aktuell" berichtet: "Als die Polizei vor Ort eintraf, nahm sie den Mann fest. Dabei rief er religiöse Sprüche." Daraus machten die Faschisten der "Freien Sachsen" in nur wenigen Stunden eine faschistische Legende und riefen zu einer Demonstration "Islamisten raus!" auf.


Im Umfeld der Leipziger Straße stieß das auf Ablehnung und Empörung. Der Mitbesitzer eines Ladens stürmte bei dem Vorfall selbst in die Situation, um die Eskalation zu stoppen und weitere Verletzte zu verhindern. Er fixierte den Mann, bis die Polizei kam. Gestern bekam ich zu hören, dass es eine Unverschämtheit sei, diese schlimme Sache eines offenbar schwer traumatisierten Menschen in einen politisch motivierten Anschlag umzudeuten.


Bei aller Betroffenheit und Aufregung über eine sinnlose Tat empfing der aus Syrien kommende Täter eher Mitgefühl. "Man weiß ja nicht, was er alles erleben musste." Kritik richtet sich gegen die Asylpolitik der Bundesregierung: "Wenn Menschen aus Kriegsgebieten nach Deutschland kommen", so eine Ladenbetreiberin, "dann brauchen sie auch psychiatrische Versorgung." Das ist richtig. Im „11-Punkte-Programm für eine fortschrittliche Flüchtlingspolitik" fordert die MLPD auch "Zugang für medizinische Grundversorgung, Arbeit und Hilfe bei der Bewältigung der traumatischen Flucht“.