Halle an der Saale
Eklat nach erfolgreicher Anti-AfD-Demo
Nach der erfolgreichen Demonstration gegen die von AfD und faschistoiden bis faschistischen Chefideologinnen und -ideologen organisierte Buchmesse unter dem demagogischen Namen „Seitenwechsel" kam es im halleschen Volkspark zu einem Eklat.
Konkret wurde dem ehemaligen Hallenser Direktkandidaten der MLPD zur Bundestagswahl, Adrian M., aufgrund des von ihm getragenen Kufiya-Schals von einer Gruppe um den Mitbegründer des Vereins "Miteinander e. V.“, Torsten Hahnel, der auch bei "Halle Gegen Rechts" aktiv ist, der Eintritt zum Veranstaltungsort verwehrt – nachdem dieser bereits drinnen gewesen war.
Der historisch mit der revolutionären und Arbeiterbewegung verbundene Volkspark in der Innenstadt war Austragungsort des „Wir-Festivals", beworben als Alternative zur faschistischen Buchmesse. Nach einer kleinen Pause auf dem Hof – hier spielte die tolle Karlsruher Demoband „bunt&laut" wollte Adrian wieder in das Gebäude – das wurde ihm von einer ihm bekannten, feindlich gesinnten Person aus dem Spektrum der sogenannten „Antideutschen" jedoch verwehrt.
Vielleicht war es die Angst vor einem kritischen Beitrag auf der Lesung von Sara Klett über das heutige Israel oder es waren rein persönliche Motive. Das aktive Vorgehen gegen ihn als Person stand jedenfalls im Widerspruch dazu, dass ein anderer Teilnehmer mit Kufiya reingelassen wurde.
Uneinigkeit bei den Verantwortlichen bestand auch darüber, ob das Abnehmen des Kufiya-Schals die Teilnahme ermöglicht. Zeitweise stand eine Traube von Menschen vor dem Eingang und protestierte diskutierend gegen diese Maßnahme. Die Kollegen des Sicherheitsdienstes und die hinzugezogenen Polizisten hatten wenig Verständnis für das Vorgehen der Veranstaltenden. Sie mussten laut eigener Aussage aber das Hausrecht dieser Leute durchsetzen.
Das gekaufte Ticket konnte weitergegeben werden, die Frage bleibt aber, ob hier unter dem Deckmantel des Hausrechts Rufschädigung betrieben wird. Schließlich bezieht sich die Ausschlussklausel auf der Website auf Personen, die faschistischen Organisationen angehören oder deren Inhalte verbreiten „oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind." ¹
Das Anliegen, demokratische Rechte und Freiheiten gegen die Rechtsentwicklung und die faschistische Gefahr in Deutschland zu verteidigen, bedarf einer tiefergehenden Auseinandersetzung über den politischen Missbrauch des Antisemitismusvorwurfs. In Halle ist dieser Prozess bereits in vollem Gange.