Lenin gehört zum Stadtbild von Dreesch!

Lenin gehört zum Stadtbild von Dreesch!

Debatte um das Lenin-Denkmal in Schwerin hält an

Das Lenin-Monument in Schwerin soll nach dem Willen des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege in die Denkmalliste der Landeshauptstadt Schwerin aufgenommen werden.

Von jz
Debatte um das Lenin-Denkmal in Schwerin hält an

Seit 1985 steht die Bronzestatue in einem Arbeiterviertel von Schwerin. Ein Korrespondent aus Schwerin schrieb, dass bei Gesprächen im Stadtteil Dreesch die Anwohner darüber entsetzt waren, dass das Lenin-Denkmal wegkommen soll.

 

Auch Rico Badenschier (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Schwerin, unterstützt demonstrativ die Pläne, die Statue unter Denkmalschutz zustellen. Er sei einfach „kein Freund von Bilderstürmerei“ und weiter: „Infolge der Dezimierung politischer Kunst aus DDR-Zeiten im Schweriner Stadtraum stellt das Lenin-Standbild auch ein wichtiges kulturelles und politisches Zeugnis der jüngeren deutschen Vergangenheit dar. ... Nur wenn es erhalten wird, besteht auch weiterhin die Chance zur konstruktiven Auseinandersetzung mit unserer jüngeren Geschichte."

 

Völlig richtig. Was, wenn nicht ein Lenin-Denkmal, wäre für eine konstruktive Auseinandersetzung besser geeignet? Über konstruktive Schlussfolgerungen aus der Geschichte der DDR, über die Ursachen des aktuell weltweiten Krisenszenarios, über die sozialistische Perspektive als Ausweg aus der Existenzkrise der Menschheit?

 

Die jetzige Initiative des Landesamtes für Denkmalpflege rief dagegen sofort wieder Antikommunisten aller Couleur auf den Plan: „Lenin war kein Vorkämpfer der Freiheit, sondern der Begründer eines totalitären Systems, das auf Gewalt, Unterdrückung und der systematischen Vernichtung politischer Gegner beruhte“. So heißt es in einem Protestschreiben gegen die Pläne des Denkmalschutzes, unterzeichnet unter anderem von der Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (OUKG). Gebetsmühlenartig wiederholen sie die von Hitler erstmals ins Leben gerufene Lüge von Lenin als Massenmörder. So soll Lenin und nicht der aggressive Terror einer in die junge Sowjetunion einfallenden Soldateska mehrerer Staaten schuld sein an vielen Toten. Die OUKG beschäftigt sich vor allem mit der Aufarbeitung der Stasi-Verbrechen. Diese Aufarbeitung ist berechtigt und im Sinne aller Marxisten-Leninisten. Doch völlig inakzeptabel ist die antikommunistische Grundhaltung der OUKG, die schon in ihrem Namen zum Ausdruck kommt.

 

In der Begründung des Landesamtes für Kultur- und Denkmalpflege heißt es: „Nach der politischen Wende von 1989/1990 ist der Lenin in Schwerin nach und nach von einem Symbol der Herrschaft der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) und ihres Machtanspruches zu einem Erinnerungszeichen für einen untergegangenen Staat geworden. Als letztes im öffentlichen Raum erhaltenes Denkmal seiner Art und aufgrund seiner besonderen Eigenart weist das Schweriner Lenin-Denkmal hohen historischen Zeugniswert auf.“ Die Leistungen Lenins weisen tatsächlich einen hohen historischen Zeugniswert auf. Aber ausgerechnet Lenin als „Erinnerungszeichen“ für das untergegangene Stasi-Regime? Mit dem Sturz des verhassten Stasi-Regimes ist nicht eine sozialistische Gesellschaftsordnung untergegangen, sondern ein von den Massen völlig losgelöster bürokratisch-kapitalistischer Staatsapparat, der nur noch in die eigenen Taschen gewirtschaftet hat und zur Machterhaltung die Bespitzelung der gesamten Bevölkerung perfektionierte. Für die vielen in der DDR errichteten Lenin-Denkmäler war es sicher schwer zu ertragen mit ansehen zu müssen, wie die hoffnungsvollen Anfänge im Aufbau eines sozialistischen Staates mehr und mehr durch die Einführung kapitalistischer Gepflogenheiten und bürokratischer Methoden ausgehöhlt und letztlich verraten und zerstört wurden.

 

Die Unterzeichner des Protestschreibens unterbreiten allen Ernstes als Kompromissvorschlag „die Leninstatue zu entfremden, mit Pflanzen überwuchern zu lassen oder sie ... im Innenhof des ehemaligen KGB-Gefängnisses ... aufzustellen.“ Beide Vorschläge werden vom Landesamt abgelehnt. Thore Stein, der kulturpolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion von Mecklenburg Vorpommern, unterstützt dagegen diesen Vorschlag ausdrücklich: „Dennoch warnen wir aber davor, zu leichtfertig lediglich einen Abriss zu fordern. ... Denn anstatt Ideologien wie den Bolschewismus aus dem Sichtfeld der Wahrnehmung zu verbannen, sollte aufgeklärt werden, wie millionenfacher Mord und Entrechtung unter dem roten Stern bis heute salonfähig sind. Auch im politischen Spektrum der Bundesrepublik Deutschland.“ Mit diesen Worten soll jeder Kommunist in Trump-Manier als Massenmörder diffamiert und bekämpft werden.

 

Gegen die Prediger einer antikommunistischen Staatsreligion, die das Lenin-Denkmal als ein Mahnmal gegen den Kommunismus missbrauchen wollen, muss weiterhin eine offensive Auseinandersetzung geführt werden. Im Dezember entscheidet der Stadtrat, ob die Statue in die Denkmalliste aufgenommen wird. Gib Antikommunismus keine Chance!


Siehe auch Rote Fahne News-Artikel
Für den Erhalt und die Verteidigung des Lenin Denkmals
Wer fühlt sich verletzt von einem Lenindenkmal?