Internationaler Umweltkampftag
Aktion der ICOR Europa in Rotterdam mit Teilnehmern aus mehreren Ländern
Ganz im Gegensatz zum ungemütlichen Nieselregen stand die Herzlichkeit der Aktivisten bei der ICOR-Aktion am 15. November in Rotterdam. Die marxistisch-leninistische Organisation Rode Morgen hatte als Gastgeber die Kundgebung vor dem Hauptbahnhof wunderbar vorbereitet.
Engagierte Redner machten anschaulich, wie sich die begonnene globale Umweltkatastrophe in verschiedenen Ländern und gesellschaftlichen Bereichen bis zur Existenzbedrohung für die Menschheit entwickelt und was zu tun ist. Als Startschuss wurde die aktuelle ICOR-Resolution verlesen mit ihrer Botschaft: „Nur wenn wir Imperialismus, Faschismus und Kapitalismus besiegen, können wir die Menschen und den Planeten vor einer globalen Umweltkatastrophe retten!“
Dann machten die niederländischen Genossinnen und Genossen auf die Situation in ihrem Land aufmerksam. Jahrelang haben die Monopolregierungen - zuletzt die Koalitionsregierung unter Führung der faschistischen PVV von Geert Wilders - mit Subventionen fossile Brennstoffe gefördert, und das im Interesse der kurzfristigen Profiterwartung großer Monopolbetriebe. Zukunftssorgen um das Ansteigen des Meeresspiegels, das Versiegen des warmen Golfstroms oder das Aussterben von Arten kümmern diese Leute nicht. Der Hafen von Rotterdam erhält 2 Milliarden Euro Subventionen, um CO2 in leeren Gasfeldern unter der Nordsee zu speichern. Das ist hochgradig gefährlich – aber die Profite von Shell und anderen Unternehmen der Petrochemie sind gesichert.
Weitere ICOR-Organisationen und Arbeiter sprachen
Aus der Schweiz machte die MLGS mit einer Grußbotschaft darauf aufmerksam, welch verheerenden Konsequenzen das Auftauen der Permafrostböden in den Alpen hat. Ein Genosse der bulgarischen BKP schwärmte von den Bergen, dichten Wäldern und warmen Seen in seinem Land. Jetzt wird der Wald großflächig für Profitinteressen abgeholzt, Flüsse werden vermüllt, lange Dürreperioden beeinträchtigen die Landwirtschaft und die Versorgung der Menschen mit Trinkwasser.
Die Europakoordination der ICOR griff die grün gefärbte Propaganda der EU an. Sie hat ihre erklärten Klimaziele bereits verfehlt. Dabei ist Europa der Kontinent, der sich am schnellsten erwärmt. Ein Vertreter der MLPD aus Deutschland schlug vor, sich an der Einheit von Mensch und Natur als sozialistischer Leitlinie zu orientieren und dafür auch gegen den Antikommunismus der faschistischen Klimaleugner einzutreten.
„CO2, nee, nee, nee“ sang die Songgruppe „Rotterdam Rood“ in ihrem Spottlied gegen den Einsatz fossiler Energien und forderte Energie aus Sonne und Wind. Viele Redner gingen darauf ein, was jetzt zu tun ist.
Viel Aufmerksamkeit und Beifall erhielt der Beitrag von Antonios Ntalakogeorgos, Vorsitzender der griechischen Seeleute-Gewerkschaft PENEN: „Es ist eine Illusion, die Zerstörung der Umwelt gemeinsam mit den Kapitalisten lösen zu wollen. Die Arbeiter sind weltweit von den Kapitalinteressen an Ausbeutung von Mensch und Natur betroffen. Deshalb müssen wir uns weltweit gegen beides vereinen.“ Diese Botschaft wurde unterstützt von Vertretern der Hafenarbeiter aus Hamburg, Stahlarbeitern aus Duisburg und einer Fordarbeiterin aus Köln. Sie machten Mut: „Wir sind nicht allein, auch im Kampf um Arbeitsplätze nicht, der so viele betrifft.“