Polen
100.000 bei rechter Demonstration am Unabhängigkeitstag – Antifaschistischer Protest formiert sich!
Am 11. November, dem polnischen Unabhängigkeitstag, hat sich inzwischen einer der größten rechten, teils faschistischen Aufmärsche Europas entwickelt, welcher jährlich mit 100.000 Teilnehmern in Warschau stattfindet.
Inzwischen reisen dort aus ganz Europa auch offene Faschisten an. So sieht man dort neben Tausenden polnischen Nationalflaggen auch Flaggen mit offenen faschistischen Symbolen, Männer in Ritterrüstungen auf Pferden bis hin zu christlichen Fundamentalisten. Offiziell organisiert wird das Ganze vom Verein „Schutz der polnischen Identität, Souveränität und nationalen Interessen sowie der christlichen Ordnung“. Skandiert wird u. a. die Parole „Gott, Ehre, Vaterland“. Laut einer Umfrage geben 97 Prozent der Teilnehmer an, die faschistoide PiS oder die faschistische Konfederacja zu wählen. Auf der Kundgebung sprach unter anderem der faschistische Präsident Karol Nawrocki.
Seit einigen Jahren gibt es auch einen sich entwickelnden Gegenprotest. Erstmals beteiligte sich auch die MLPD mit einer Delegation an der von mehreren linken Gruppen organisierten Gegendemonstration. Die überwiegend von Jugendlichen sehr kämpferisch und optimistisch geprägte Demonstration hatte ca. 1000 Beteiligte. Viele rote Fahnen, aber auch einige schwarze von Anarchisten prägten das Bild. Einige hätten sicherlich auch gerne eine Fahne mit Hammer und Sichel getragen, das ist jedoch aufgrund der antikommunistischen Gesetzgebung in Polen verboten und wäre sofort von der Polizei unterbunden worden. In den Redebeiträgen wurde der Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Faschismus hergestellt. An Parolen wurde z. B. gerufen: „Polska wolna – od faszyzmu!“ (Polen frei – vom Faschismus!), „Dadszedl czas walki klas“ (Zeit für Klassenkampf!) oder auch „Wolna, wolna Palestyna!“ (Lebe, lebe Palästina!).
Die MLPD machte Werbung für die United Front gegen Faschismus und Krieg und knüpfte dafür auch einige neue Kontakte.