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Thyssenkrupp Steel: Viele Gründe, das Verhandlungsergebnis für einen Sanierungstarifvertrag abzulehnen!
Bis zum 5. September um 20 Uhr können noch die Kolleginnen und Kollegen von Thyssenkrupp Steel über das Verhandlungsergebnis über einen Sanierungstarifvertrag abstimmen. Die meisten haben bereits abgestimmt, aber es gibt immer noch eine ganze Reihe Unentschlossener.
Von gp
Es gibt eine Reihe überzeugender Argumente, das Verhandlungsergebnis abzulehnen!
- Nein - weil der Vorstand wesentlichen Ziele durchgesetzt hat – die Vernichtung von 11 000 Arbeitsplätzen, massive Lohnsenkungen. Dass er gewisse Zugeständnisse machen musste, ist unserer hohen Kampfbereitschaft geschuldet und zeigt, nur auf dem Weg des Kampfes können wir erfolgreich sein!
- Nein – weil die Zustimmung der Vernichtung von 11 000 Arbeits- und einer Halbierung der Ausbildungsplätze unvereinbar mit den gewerkschaftlichen Grundsätzen und grundsätzlichen Arbeiterinteressen ist!
- Nein - weil wir die Ausgliederung ganzer Abteilungen und Arbeiten ablehnen. Sie führt zur Verschlechterung der Löhne und Arbeitsbedingungen und vor allem, sie spaltet die Belegschaft. Weiter muss gelten: Wir sind und bleiben eine Belegschaft, ein Betrieb, eine Gewerkschaft!
- Nein - weil die massive Vernichtung von Arbeitsplätzen zu einer massiven Vernichtung von Ausbildungsplätzen und zur Streichung der unbefristeten Übernahme führt!
- Nein - weil wir die „Effizienzsteigerung“ kategorisch ablehnen. Viele Abteilungen arbeiten jetzt schon meist mit Unterbelegung. Dies soll jetzt tägliche Normalität werden! Das hält niemand auf Dauer aus! Und dann müssen wir uns wieder auf den Betriebsversammlungen vom Vorstand den angeblich zu hohen Krankenstand vorwerfen lassen!
- Nein - weil keiner von uns auf 8 Prozent Lohn und Gehalt verzichten kann!
- Nein - weil wir die Kürzung des Jubiläumsgeldes als respektlos und unwürdig empfinden und solch eine Behandlung nicht länger hinnehmen wollen!
- Nein - weil wir nicht verantwortlich sind für die kapitalistischen Krisen und deshalb auch nicht bereit sind, ihre Folgen auf uns abwälzen zu lassen!
- Nein - weil die Arbeitsplatzvernichtung die eh angespannte finanzielle Situation der Kommunen weiter verschärft mit massiven Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse und Daseinsfürsorge in den Städten.
- Nein - weil wir uns nicht vor den nationalistischen Karren des mit harten Bandagen geführten internationalen Konkurrenzkampfs der Stahlkonzerne spannen lassen wollen, sondern die Einheit mit unseren Stahlkollegen in China, Großbritannien, Belgien usw. suchen!
- Nein - weil wir den Kampf gegen die Abwälzung der Kriegs- und Krisenlasten durch Konzerne wie Thyssenkrupp und ihre Regierung führen wollen und damit das Image der faschistischen AfD als „Kümmerer der einfachen Leute“ entlarven wollen.
- Nein - weil die Kürzung der Stahlkapazitäten und der Börsengang von Thyssenkrupp Marine Systems im Kern ihren Grund in der Umstellung auch von Thyssenkrupp auf Kriegswirtschaft bedeutet. Der Erhalt einer nationalen Stahlbasis ist für die Rüstung und weltmarktbeherrschende Branchen von strategischem Interesse für den deutschen Imperialismus. Mit der Lieferung von U-Booten an Israel zur Blockade von Gaza macht sich der Vorstand mitschuldig am Völkermord. Nein zur Kriegswirtschaft und Hochrüstung! Schluss mit allen Waffenlieferungen an Israel! Freiheit für Palästina! Das ist weder Antisemitismus noch Unterstützung der faschistischen Hamas, sondern Menschenrecht!
- Nein - weil wir es leid sind, länger mit „wir haben Schlimmeres verhindert“ vertröstet zu werden und uns damit abfinden zu müssen. Wir produzieren im Austausch mit der Natur allen gesellschaftlichen Reichtum, den sich ein Handvoll Leute mithilfe des Staates und der Regierung aneignen, während für uns nur „das Schlimmste verhindert“ bleiben soll? Damit muss Schluss sein!
Deshalb sagen wir:
- JA – zu einem konzernweiten selbständigen Streik gegen die Kahlschlagpläne als Alternative zum Sanierungstarifvertrag!
- JA - zum Kampf um die 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich!
- Ja – zum Kampf gegen die Hochrüstung, zum Stopp der Waffenlieferungen an Staaten in akuten Kriegs- und Krisengebiete, zur Solidarität mit dem palästinensischen Volk!
- JA – zur Stärkung unserer Organisiertheit, einer kämpferischen Gewerkschaftsarbeit, zur vorbehaltlosen Zusammenarbeit mit der MLPD und ihrer Stärkung!
- JA - zu einer gesellschaftlichen Alternative, jenseits von Kapitalismus, Faschismus, Umweltzerstörung und Krieg!