Israelisches Militär bombardiert Nasser-Klinik in Chan Junis

Israelisches Militär bombardiert Nasser-Klinik in Chan Junis

Nur ein tragisches Missgeschick?

Gestern Morgen bombardierte das israelische Militär das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis. Bei dem Angriff auf den vierten Stock des Krankenhauses, in dem sich zu dem Zeitpunkt u. a. mehrere Journalisten aufhielten, wurden 20 Menschen getötet. Augenzeugen berichten, dass es wenig später, als Sanitäter und Mitarbeiter den Betroffenen zur Hilfe eilten, einen weiteren Angriff auf das Krankenhausgebäude gegeben hat¹.

Korrespondenz
Nur ein tragisches Missgeschick?
Das Krankenhaus nach der Attacke (foto: Screenshot)

Seit Beginn des Kriegs gegen die palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen ist es Bestandteil der Strategie der faschistischen Netanjahu-Regierung, dass sie zivile Einrichtungen wie Schulen oder Krankenhäuser bewusst zerstört. Inzwischen gibt es kein voll funktionsfähiges Krankenhaus mehr, was die dramatische Lebenslage der Menschen zusätzlich zu den Bombardierungen und der Hungersnot tagtäglich bedroht.


Doch diese Hungersnot und den Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung gibt es ja laut der Netanjahu-Regierung nicht. Das versucht sie, der eigenen Bevölkerung, die inzwischen immer mehr offen den Stopp des Krieges fordert, ebenso wie kritischen Regierungen und vor allem der weltweiten Solidaritätsbewegung klarzumachen. Neben der systematischen Unterdrückung der Berichterstattung von vor Ort gehört zu ihrem Vorgehen auch das Ermorden der wenigen Journalisten, die noch direkt aus dem Gazastreifen berichten.


Dreist und verlogen stellt sich auch dieses Mal der israelische Premierminister Netanjahu hin und spricht von einem „tragischen Missgeschick“. Ein Drohnenangriff auf den 4. Stock des Krankenhauses – nur ein „Missgeschick“? Die anschließenden Angriffe auf Helfer, die die Verletzten und Toten aus dem Gebäude brachten, nur ein „Missgeschick“?


Wer soll das Netanjahu noch glauben, der seit Monaten nach jedem Angriff auf Zivilisten, Rettungskräfte und Journalisten Aufklärung verspricht und in der Praxis weitermacht, wie bisher.

 

In dem Buch „Die Krise der bürgerlichen Gesellschaftswissenschaften, der Religion und der Kultur“ von Stefan Engel und Monika Gärtner-Engel heißt es zur Rolle der bürgerlichen Meinungsmanipulation: „Eine wesentliche Seite besteht dabei in der Auswahl der Berichte. So gab es seit dem Beginn des Ukrainekriegs täglich ausführliche Berichte über das Leid der Familien und Soldaten in der Ukraine. Über die Lage der Menschen im Gaza-Streifen verloren sie dagegen zeitweise kein Wort. Das war Ergebnis einer bewussten Ausrichtung.“².


Die gezielte Ermordung von Journalisten soll als bewusste Waffe der Regierungen eine Berichterstattung über die Wirklichkeit verhindern und die Sichtweise des israelischen Imperialismus und die Interessen der mit ihm verbündeten imperialistischen Mächte wie der USA oder Deutschlands verbreiten.


Dass Netanjahu jedes Mal kurz danach Aufklärung verspricht, zeigt, dass seine gesetzten Narrative, man bombardiere nur zivile Einrichtungen, wenn sie von der Hamas als Schutzschilde missbraucht werden, immer mehr an Einfluss auf die Massen verlieren. Diese typische Methode der bürgerlichen Meinungsmanipulation hat bereits Willi Dickhut beschrieben: „Wenn die Massenmedien nur Lügen am laufenden Band produzierten, würden sie bald unten durch sein. Sie wenden vielmehr ein System der geschickten Vermengung von Lügen, Halbwahrheiten und Wahrheiten an“³, was es für die Massen äußerst schwer macht, diese zu durchschauen.


Es ist daher von größter Bedeutung, die praktische Solidarität mit den Spendensammlungen für Gaza oder Kundgebungen eng mit einer Bewusstseinsbildung zu verbinden, um gemeinsam die Kampfkraft für ein sofortiges Ende des Völkermords in Gaza zu stärken.

 

Spendenkonto: Solidarität International
IBAN: DE 86 5019 0000 6100 8005 84
Das Spendenstichwort für die medizinische Hilfe in Gaza, wovon 50% sofort in die Akuthilfe gehen und 50% für den Krankenhausneubau /-Wiederaufbau gehen, lautet: GAZA SOLL LEBEN. Das Spendenstichwort für die juristische Auseinandersetzung mit der Bundesregierung lautet: GAZA PROZESSE. 

Dieser Tage ist eine Rechnung in dieser Angelegenheit "GAZA PROZESSE" ins Haus geflattert. Kostenpunkt: 1.800 Euro. Auf dem Spendenkonto ist bisher die Hälfte dieser Summe eingegangen. ... 

 

Hier gibt es ein Video vom Angriff auf das Krankenhaus