Antikommunismus

Antikommunismus

„Diktaturverherrlichung in der Linksjugend“ – oder: Wer will eine offene Diskussion über eine sozialistische Perspektive unterdrücken?

Mit einer großen Medienkampagne veröffentlicht der Bayerische Rundfunk vermeintlich aufsehenerregende Ergebnisse einer Recherche: Mitglieder der Linksjugend, der Jugendorganisation der Partei Die Linke, veröffentlichten Posts mit DDR-Wappen, „berichten von einer wachsenden Begeisterung ihrer Mitglieder für den Realsozialismus“ und Bilder von Stalin und Mao Zedong, gar mit einem „positiven Bezug“¹.

Von mst
„Diktaturverherrlichung in der Linksjugend“ – oder: Wer will eine offene Diskussion über eine sozialistische Perspektive unterdrücken?

Die zweite „Aufdeckung“ ist angeblicher Antisemitismus. Keine Frage – eine Parole wie „Israel verrecke“ ist ein No-Go. Dagegen ist es völlig berechtigt, den Genozid am palästinensischen Volk zu verurteilen! Genauso wie dem berechtigten Befreiungskampf der Palästinenser volle Solidarität gehört, gehört sie auch denjenigen, die dafür eintreten.


Postwendend veröffentlichten verschiedene Landesverbände der Linkspartei, so aus Sachsen (hier auch mit Landesvorstand der Linksjugend zusammen), Sachsen-Anhalt, Berlin, Thüringen … Erklärungen wie „Kein Platz für Antisemitismus und Bezugnahme auf stalinistische Politik“ (Thüringen) und „erwarten eine klare und unmissverständliche Positionierung des Bundesparteitages“ (Sachsen-Anhalt). Durch das pluralistische Organisationsprinzip der Partei Die Linke werden allerdings sämtliche konträren Standpunkte innerhalb der Organisation zugelassen, was nicht zuletzt ein einheitliches, konsequentes Handeln unmöglich macht.

 

Angesichts der akuten faschistischen Gefahr, der imperialistischen Kriege, der wachsenden Armut gerade unter Jugendlichen, fortschreitender Umweltkatastrophe usw., ist es genau richtig, dass sich Jugendliche mit den Erfahrungen des Sozialismus und seinen Repräsentanten auseinandersetzen. 

 

Eine revolutionäre Partei begrüßt und sucht das. Die MLPD vertritt weder einen „Stalinismus“ noch steht sie unkritisch zur DDR, aber mit dem Ziel einer befreiten Gesellschaft kann man über all das diskutieren und es geht darum, richtige Schlussfolgerungen ziehen. Dass es Verwirrung darüber gibt, was Sozialismus ist und was nicht, haben in erster Linie die Herrschenden zu verantworten, durch den verbreiteten Antikommunismus. Dazu trägt aber auch die Führung von Die Linke bei. Angefangen vom Begriff des „demokratischen Sozialismus“, der den angeblich „totalitären Sozialismus“ diffamieren soll. Aber ein Sozialismus ohne Demokratie ist keiner. In der sozialistischen Sowjetunion unter Lenin und Stalin wie auch in der VR China unter Mao Zedong wurden bedeutende Errungenschaften für die Menschheit erzielt– bis hin zu dem heroischen Beitrag zur Befreiung der Menschheit vom Hitler-Faschismus unter Stalins Führung. Ebenso von Mao Zedong mit einer großen Masseninitiative, der Großen Proletarischen Kulturrevolution, die zu dem Zeitpunkt den revisionistischen Verrat am Sozialismus verhinderte.

 

Interessanterweise beziehen sich die meisten Erklärungen auf die von Michael Schumann vorgetragene (und vom führenden Stasi-Mann Michael Wolf geschriebene) Erklärung auf dem Außerordentlichen Parteitag der SED am 16. Dezember 1989: „Wir brechen unwiderruflich mit dem Stalinismus als System.“ Diese wird treffend bezeichnet als „die politische Grundlage, aus der die Partei Die Linke hervorgegangen ist“. (Erklärung Landesvorstand Sachsen-Anhalt).

 

Im Buch „Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus“ heißt es zu eben jenem Referat, das die Grundlinie der „Aufarbeitung der Geschichte der DDR“ im Geist des modernen Antikommunismus entwickelte: „Demagogisch zog einer der höchsten Repräsentanten des bürokratisch-kapitalistischen Machtapparats der DDR die alte kommunistische und Arbeiterbewegung unter Führung von Stalin in den Dreck. Dies diente der Ablenkung von der eigentlichen Ursache für die Zustände in der DDR, nämlich der kleinbürgerlichen Entartung leitender Partei- und Staatsfunktionäre, ihrer Entwicklung zu einer neuartigen bürokratischen Ausbeuterklasse. … Während Wolfs Stasi die Massen bekämpfte, richtete sich Stalins Kampf gegen die Feinde des Sozialismus … “ (S. 96/101).  "Der moderne Antikommunismus wurde durch die geläutert auftretenden führenden Repräsentanten des bürokratischen Staatskapitalismus der DDR enorm befeuert. Nun war er geeignet, die noch vorhandenen Reste sozialistischen Bewusstseins unter den Massen in Ostdeutschland zu zersetzen und ihr Selbstbewusstsein zu untergraben." (S. 100-101).

 

Für den echten Sozialismus zu kämpfen, erfordert, mit der Wirkung der kleinbürgerlich-antikommunistischen Denkweise fertig zu werden. Nach den Anfragen der Bayrischen Rundfunks löschten Linksjugend-Mitglieder Beiträge und stellten Instagram-Konten auf privat. Aber die Auseinandersetzung um die richtigen Schlussfolgerungen aus den bahnbrechenden Errungenschaften, aber auch Problemen bis zu Fehlentwicklungen im bisherigen sozialistischen Aufbau muss verstärkt, offensiv  und massenhaft geführt werden, braucht Orientierung. Die Arbeiterbewegung hat jahrhundertelange verarbeitete Erfahrungen, die MLPD ein ganzes System des REVOLUTIONÄREN WEGs, bietet Grundkurse zum Marxismus-Leninismus oder zur Erlernung der dialektischen Methode an, auch als Beitrag zur Stärkung der sozialistischen Jugendbewegung. Sie hat grundlegende Lehren gezogen für einen Sozialismus auf der Grundlage der proletarischen Denkweise.