Im Skandal um die illegale Entsorgung schadstoffbelasteter Böden und gefährlicher Abfälle in Nordrhein-Westfalen ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen gegen mehr als 40 Beschuldigte. Allein im Tagebau Garzweiler, der vom Energiekonzern RWE betrieben wird, stehen zwölf Personen unter Verdacht. Unter anderem sollen ein Geschäftsführer aus Grevenbroich, sein Sohn und weitere Beteiligte Tausende Lieferdokumente gefälscht haben, um die Kosten für die fachgerechte Entsorgung belasteter Böden zu umgehen. Auch wegen Bestechlichkeit wird ermittelt. Ein im Tagebau Garzweiler eingesetzter Raupenfahrer soll für seine Beteiligung finanzielle Vorteile erhalten haben. Typisch für das System RWE: Die Kleinen werden gehängt, die Großen lässt man laufen. Glaube doch niemand, dass RWE von einem Betrug in dieser Größe nichts gewusst hat. Im gesamten Ermittlungskomplex „Boden NRW“ wurden bereits zwei Anklagen erhoben. In einem Fall sollen die Kosten für eine ordnungsgemäße Entsorgung mindestens 6,5 Millionen Euro betragen. Die Ermittlungen dauern an.