8. Mai 1945

8. Mai 1945

Zum Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa: Am 8. Mai 1945 unterschrieben in der sowjetischen Militärverwaltung Berlin-Karlshorst die Militärvertreter des deutschen Monopolkapitals die bedingungslose Kapitulation Hitlerdeutschlands. Seitdem wird an diesem Tag von allen fortschrittlichen Menschen die Befreiung vom Faschismus gefeiert.

Von dk
Zum Jahrestag der Befreiung vom Faschismus
Im Schloss Karlshorst wurde 1945 die sowjetische Kommandantur eingerichtet. Hier wurde die Kapitulation der Hitler-Wehrmacht entgegen genommen.

Anders als in den zuvor vom Hitlerfaschismus besetzten Ländern und im Unterschied zu dessen Kriegsverbündetem Italien, hatte es in Deutschland jedoch keinen organisierten bewaffneten Widerstand gegen den Faschismus gegeben. Die Befreiung kam hier von außen durch die alliierten Streitkräfte der Sowjetunion, Großbritanniens und der USA.

 

Weil die damals noch sozialistische Sowjetunion die Hauptkraft zur Zerschlagung des Hitlerfaschismus bildete, manifestierte sich in der Kapitulation auch der Sieg des Sozialismus über den imperialistischen Kapitalismus. War das damals breitesten Kreisen bewusst, ist es 80 Jahre später aufgrund der politischen Entwicklung der folgenden Jahrzehnte nur noch einer Minderheit geläufig. Über viele Jahre wurde von reaktionären Kräften verbreitet, der 8. Mai 1945 sei der Tag der deutschen Niederlage. Heute versucht hauptsächlich die AfD, die Geschichte so darzustellen, als habe es sich nicht um die Befreiung von den Unterdrückern des deutschen Volkes und vieler anderer Völker gehandelt. Dementsprechend fordert der Faschist Björn Höcke eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“.

 

Der in den 1990er Jahren entwickelte bürgerliche Antifaschismus gerät in dieser Lage in Schwierigkeiten: „Dieser heute vorherrschende reaktionäre bürgerliche Antifaschismus reduziert die faschistische Ideologie und Politik auf Rassismus, Antisemitismus und Vernichtung der Juden, um von ihrem bürgerlichen Klassencharakter abzulenken. Das ist eine Verfälschung der geschichtlichen Tatsachen; der Faschismus Adolf Hitlers hatte einen imperialistischen Charakter und war vor allem die aggressiv antikommunistische Antwort auf den sich ausbreitenden wissenschaftlichen Sozialismus und die Revolutionierung des proletarischen Klassenkampfs.“ [1]

 

Durch Verordnung der Bundesregierung sollte auch der Historiker Jens-Christian Wagner als Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora auf diese Linie verpflichtet werden. Doch vor der Thüringer Landtagswahl 2024 warnte er in einem Brief an 350 000 Bürger vor der AfD und wird deshalb heute von Faschisten bedroht: Vor Antritt seiner täglichen Fahrt zur Arbeit  auf dem Gelände des ehemaligen KZ Buchenwald überprüft er auf Anraten der Polizei die Radmuttern seines Wagens. 

 

Vor dem anstehenden 80. Jahrestag der Befreiung bezeichnete er den Faschismus nicht als Herrschaftsform der reaktionärsten Teile des Monopol- und Finanzkapitals zur Unterdrückung der Massen, sondern übernahm dessen betrügerische Selbstbezeichnung als „Nationalsozialismus“. Damit wurden aber die Hauptverantwortlichen aus der Schusslinie genommen und tendentiell die Massen zum Gegner gemacht: „,Wenn wir aus der Geschichte lernen wollen', sagt der Stiftungsdirektor, ,reicht es nicht, nur um die Opfer zu trauern.' Man müsse fragen, warum sie zu Opfern wurden …  Als ,Post-Täter-Gesellschaft' müssten wir uns viel mehr mit der Funktionsweise der nationalsozialistischen Gesellschaft beschäftigen … Der Nationalsozialismus, das waren nicht bloß die SS-Schergen und die NSDAP-Parteigänger, die Täter in den Vernichtungslagern und Zwangsarbeitsstätten. Der Nationalsozialismus, das waren auch die Mitläufer und Wegseher, die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Die ganz normalen Menschen.“ [2]

 

Zu Recht kritisierte das auch die revolutionäre KPD in ihrer ersten programmatischen Erklärung nach Kriegsende, stellte dabei jedoch die hauptverantwortlichen faschistischen Drahtzieher klar heraus: „Unser Unglück war, daß Millionen und aber Millionen Deutsche der Nazidemagogie verfielen, dass das Gift der tierischen Rassenlehre, des ,Kampfes um Lebensraum' den Organismus des Volkes verseuchen konnte. Unser Unglück war, dass breite Bevölkerungsschichten das elementare Gefühl für Anstand und Gerechtigkeit verloren und Hitler folgten … So wurde das deutsche Volk zum Werkzeug Hitlers und seiner imperialistischen Auftraggeber.“ [3]

 

Zur besonderen Verantwortung Deutschlands führt das Buch "Die Krise der bürgerlichen Ideologie und des Antikommunismus" von Stefan Engel aus: "Deutschland hat eine besondere Verantwortung gegenüber den Juden ebenso wie auch gegenüber allen osteuropäischen Völkern, vor allem gegenüber den Menschen der ehemaligen Sowjetunion. 24 Millionen von ihnen ließen ihr Leben durch den Hitler-Faschismus. Kein aufrechter Demokrat, Antifaschist oder Kommunist würde aus Verantwortung gegenüber den vom Faschismus am meisten gequälten, gefolterten und ermordeten Sowjetbürgern mit Kritik an der reaktionär-nationalistischen Innenpolitik und der imperialistischen Außenpolitik des russischen Präsidenten Putin hinterm Berg halten!" (Seite 138)

 

Für den heute anstehenden gemeinsamen Kampf gegen die wieder erstandene faschistische Gefahr muss beim Gedenken am 8. Mai gegen die Demagogie und Geschichtsfälschung der AfD angegangen werden. Das erfordert offene und klare Worte und daher die Benennung des imperialistischen Verursachers von Faschismus und Krieg!

 

Das Gebot der Stunde ist heute der Aufbau einer breitesten antifaschistischen Einheitsfront, um der faschistischen Gefahr den Kampf anzusagen und zu verhindern, dass noch einmal in Deutschland eine faschistische Diktatur errichtet wird.