Duisburg
ThyssenKrupp-Vorstand setzt Kahlschlag um
Letzte Woche hat der Vorstand von ThyssenKrupp Stahl einen neuen Geschäftsverteilungsplan im Aufsichtsrat durchgesetzt. Vorstandssprecher Grimm betont, dass 34 % der ersten Führungsriege abgebaut werden, als Zeichen an die Belegschaft.
So wurden Bereiche zusammengelegt und 14 Funktionsbereichsleiter ihres Amtes enthoben. Innerhalb einer Woche mussten die ehemaligen Direktoren ihre Klamotten packen und ihre Büros räumen. Dieses Vorgehen scheint sich der Vorstand von Elon Musk abgeschaut zu haben. Von oben wird durchregiert ohne Wenn und Aber!
Auffällig dabei ist, dass es leitende Angestellte waren, die einen technischen Sachverstand haben, die Produktion geleitet haben und den Zustand der Anlagen genau kennen. Nicht dass man ihnen eine Träne nachweinen muss, in ihrer Position fallen sie weich. Aber es zeigt, dass der Vorstand sein Konzept knallhart durchziehen wird – selbst bei ihresgleichen kennen sie kein Pardon mehr. Wie wollen sie wohl mit den Arbeitern umgehen? Ihr Konzept ist technisch widersprüchlich. Mit diesen Plänen werden weit mehr als 11.000 Arbeitsplätze vernichtet und die Rohstahlproduktion wird halbiert.
Es ist ein Zeichen an die Belegschaft: Sie muss jetzt ernst machen. Über diesen Plan gibt es nichts zu verhandeln, sondern selbstbewusst den Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz zu organisieren. Auf der letzten Betriebsversammlung Mitte März haben kämpferische Kollegen den Vorstand angegriffen und klargestellt, dass es über diesen Plan nichts zu verhandeln gibt. Vernichtung von über 11.000 Arbeitsplätzen, ständige Verstöße gegen Arbeitssicherheit, dauernde Unterbesetzung und Unsicherheit, Stilllegung von Anlagen und Standorten, was soll darüber verhandelt werden?
Im Kapitalismus, werden die Arbeiter immer über den Tisch gezogen, wenn nicht aus der Position der Stärke, also des Kampfes verhandelt wird. Genau für diese Richtung haben sich Vertreter verschiedener ThyssenKrupp-Standorte und anderer Belegschaften, wie ZF oder Opel in Dortmund erklärt. Auf einer Arbeiterdemonstration im Februar haben sie eine gemeinsame Erklärung verabschiedet, die sich für den offensiven Kampf um Arbeits- und Ausbildungsplätze einsetzt. Diese Richtung wird auch von der MLPD und ihrem Betriebsgruppen iin der Stahlindustrie vertreten. Die MLPD bietet ihr ganzes Know-how und ihre Erfahrung der Arbeiterkämpfe aus den letzten 50 Jahren an.
Auch wenn das Vorgehen des Vorstandes manchen beeindruckt: sie handeln au der Defensive und ihrer Schwäche weil sie sich mit den 26.000 Stahlarbeitern von ThyssenKrupp anlegen. Was soll ein Herr Grimm, Herr Conze, Frau Jaroni oder Herr Schulte ausrichten? Wollen Sie sich mit ihren leitenden Angestellten selber an die Anlagen stellen und produzieren? Das wird ihnen nicht gelingen.
Die Stahlarbeiter und ihre Familien sind herausgefordert, den Kampf gegen diese Pläne konsequent vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus zu führen und sich nicht auf irgendeine „notwendige Restrukturierung“ einlassen. Im Kampf erkennen sie ihre Stärke, wenn die Arbeiter entschlossen und einheitlich vorgehen.