Bosch Schwäbisch Gmünd
Solidarität mit Hüseyin Ekinci - dem streitbaren und selbstbewussten Betriebsrat der IG Metall
In den Stuttgarter Nachrichten vom 31. März. stand: "Bosch-Betriebsrat bricht auseinander". Das war irreführend. Denn Bosch verlangte Verschwiegenheit bei der Verlagerung nach Ungarn und will die Belegschaft überrumpeln. Alles aus Angst vor einem gemeinsamen Kampf von Arbeitern und Ingenieuren.
Wir von der Stuttgarter Gruppe der Internationalen Automobilarbeiterkoordination informierten die Bosch-Kollegen am Schichtwechsel in Feuerbach. „Ich habe davon gehört, finde es super, dass ihr ihm den Rücken stärkt.“ Acht Kollegen unterschrieben: "Ich bin solidarisch mit Hüseyin". Sie spendeten 4,50 Euro.
Was war geschehen?
Der Stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Hüseyin Ekinci weigerte sich, eine Geheimhaltung der „Zukunftsbeiratssitzung“ zu unterschreiben: „Die Belegschaft hat das Recht zu wissen, was der Arbeitgeber in der Zukunft mit dem Standort plant. Sie wollten aber heimlich verhandeln, und ich habe dieses Spielchen nicht mitspielen wollen“. In Schwäbisch Gmünd droht eine Werksschließung. Bosch will von 3600 Arbeitsplätzen über die Hälfte vernichten, auf 1550 Arbeitsplätze.
Wasserträger von Bosch im Betriebsrat wollen weiter kungeln und organisierten Hüseyin Ekincis Abwahl als Stellvertretender Betriebsratsvorsitzender - mit einem Misstrauensvotum mit 17:11 Stimmen.
In Feuerbach solidarisierten sich Kollegen, die selbst erst vor kurzem befristet eingestellt wurden, mit Hüseyin Ekinci. Sie spüren: Da soll einer abgesägt werden, der Rückgrat zeigt. Eine griechische Kollegin unterschrieb: Bosch hat keine Wertschätzung für jahrelange Dreischichtarbeit und will auch bei der Altersabsicherung noch an den Kollegen sparen.
Dabei hat Bosch die Lenksysteme von der ZF Friedrichshafen AG aufgekauft und baut international den Fertigungs- und Entwicklungsverbund aus. In Erklärungsnot meint Bosch Chef Hartung: „Die hochwertige Fertigung bei der Lkw-Lenkung in Schwäbisch Gmünd müsse aus Kostengründen nach Ungarn verlagert werden. Der Stellenabbau hänge jedoch nicht ursächlich mit dem Wachstum im Ausland zusammen.“ Das Sensible an der „wirtschaftlichen Planung“ von Bosch ist eine Salamitaktik: erst die Produktion, dann die Entwicklung zu verlagern. Bosch sieht eine weitere Internationalisierung der Produktion vor und die kämpferische Belegschaft soll gespalten und es soll ihr scheibchenweise eine Niederlage beigebracht werden.
Jeder Kampf muss heute im internationalen Zusammenhang geführt werden. Und Bosch hat Angst vor dem gemeinsamen Kampf von Arbeitern und Ingenieuren.
Es ist Zeit, in die Offensive zu gehen:
Wir steigern die Produktion, erarbeiten die Werte und wollen von dem Fortschritt eine Verbesserung unserer Lage, die Arbeit auf mehr Schultern verteilen, Festverträge für alle und Erleichterungen für unsere Familien. Keine halben Sachen - 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich! Wir brauchen Arbeitsplätze für unsere Jugend! Befristungen, Abfindungen, das sind alles individuelle Wege, um uns kleinzukriegen.