Erfolg von Arbeiter- und der Umweltbewegung

Erfolg von Arbeiter- und der Umweltbewegung

Kali-Bergbau: Flutung der Grube Springen untersagt!

Am 13. März bestätigte der Vorstandsvorsitzende des Kali+Salz-Konzerns Burkhard Lohr, dass das Regierungspräsidium Kassel die Flutung der Grube Springen mit Salzlauge endgültig untersagt hat. Das ist ein Erfolg des jahrelangen Protests der Arbeiter- und Umweltbewegung.

Von ab/Jena
Kali-Bergbau: Flutung der Grube Springen untersagt!
Der Kali-Bergbau hinterlässt Spuren im hessisch-thüringischen Grenzgebiet: Der Monte Kali bei Heringen (foto: Wolkenkratzer (CC BY-SA 3.0))

Hinter vorgehaltener Hand hatten viele aktive Kali-Kumpel große Bedenken. Dabei versuchte der Konzern über Jahre erpresserisch, den Umweltschutz gegen die Arbeitsplätze auszuspielen. Die „Kumpel für AUF“-Gruppe im Werragebiet hat eine umfassende Aufklärungsarbeit geleistet und brachte das Thema auf der 3. Internationalen Bergarbeiterkonferenz 2023 in Thüringen ein. Dr. Ralf E. Krupp, Sachverständiger des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) hatte in einem Gutachten eindringlich vor der Flutung gewarnt. Kommunale Vertreter sind erleichtert, dass das Verbot nun ausgesprochen wurde.

Die geplante Flutung war von Anfang an ein mutwilliges Spiel mit dem Feuer:

  • Für diesen Plan hätte die Markscheide, eine 200 m dicke Sicherheitswand zwischen den Grubenfeldern in Thüringen und Hessen, erneut durchbohrt werden müssen. Bei einem Gebirgsschlag in Springen wäre die Salzlauge unkontrollierbar in die größte Giftmülluntertagedeponie der Welt, Herfa-Neurode, und die Untertageverwertung Hattdorf-Wintershall gedrückt worden!
  • Seit Jahrzehnten strömen große Mengen Grundwasser am sogenannten „Querort 23“ in die Grube Springen. Das konnte nie gestoppt werden. Bei einer Flutung mit Salzlauge wäre permanent neu ungesättigte Salzlauge entstanden, die die Stützpfeiler angegriffen hätte. So wäre ein Gebirgsschlag wissentlich provoziert worden.

Steht in einer Reihe mit weiteren Umweltvergehen des Kali-Konzerns

  • So hat die Staatsanwaltschaft Meiningen nach Ermittlungen zur massiven Versalzung der Werraregion in einem Bericht vom 13. April 2021 festgestellt, dass alle „Versenkerlaubnisse“ zur Verpressung von Salzlauge in den Gesteinsschichten Thüringens rechtswidrig waren und auf falschen Angaben des Konzerns beruhten.
  • Kumpel berichten von einem System der Verharmlosung im Umgang mit Giftmüll. So erzählen Kollegen in der Annahmestelle von Brandflecken auf ihren Jacken, von Stäuben, mit denen unter Tage dann leichtsinnig umgegangen wird.
  • Mitte 2024 wurde durch den anonymen Hinweis eines Kollegen aufgedeckt, dass in der Deponie Herfa-Neurode 85.000 t Giftmüll in Bereichen eingelagert wurden, die noch gar nicht freigegeben waren.
  • Kritiken auf Betriebsversammlungen an mangelndem Gesundheitsschutz und Bevormundung beantwortete der Konzern mit Zwangsversetzung einer Kollegin und der versuchten Kündigung des Bergmanns Julian Wächter – musste aber vor Gericht und den Augen der Solidaritätsbewegung zwei weitere Niederlagen einstecken!

Der Kampf geht weiter!

Nachdem der K&S-Konzern über Jahre mit dem Verlust von Arbeitsplätzen gedroht hat, um die Flutung von Springen durchzusetzen, heißt es nun: Kein Problem! Tatsächlich plant der Konzern, die jährlich in der Produktion anfallende Salzlauge von ca. 1 Million Kubikmeter mit der Bahn zur Flutung zu anderen stillgelegten Gruben zu bringen! [1] Also Vorsicht an anderen Standorten des Konzerns!

 

In einem Vertrag zwischen der Landesregierung Thüringen und der Treuhand von 1999 wurden die Ewigkeitskosten des Kali-Bergbaus auf das Land abgewälzt. Der Konzern hatte der Landesregierung vorgegaukelt, dass mit der Flutung von Springen das Eindringen von Grundwasser - dem größten Posten bei den Ewigkeitskosten - gestoppt worden wäre. Da dies nun nicht der Fall sei, drohen  Thüringen „laut dem K+S-Vorsitzenden Lohr nun allerdings Kosten in Höhe von rund zwei Milliarden Euro.“ [2]

 

So skrupelos, wie sich der Konzern an Steuergeldern bereichert, sich an der Umwelt und  Gesundheit der Kumpel vergeht, ist auch klar, dass jede Sorge um die Arbeitsplätze geheuchelt und vorgeschoben ist. Das einzige, was für den Konzern zählt, ist Maximalprofit.

 

Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Dafür müssen sich Arbeiterbewegung und Umweltbewegung eng zusammenschließen.