Internationalistisches Bündnis lädt ein
Internationalismus-Live-Veranstaltung: Aufruhr gegen Faschismus in der Türkei
Am Mittwoch, dem 9. April 2025, wird in Gelsenkirchen im Kultursaal der Horster Mitte eine bedeutsame Internationalismus-Live-Veranstaltung stattfinden: "Aufruhr gegen Faschismus in der Türkei".
Die Massenproteste gegen das Erdogan-Regime in der Türkei reißen nicht ab und entwickeln sich zu einem landesweiten Aufruhr gegen Faschismus. Das ist eine sehr bedeutende Entwicklung, die die volle Unterstützung und Solidarität von Internationalisten, Demokraten und Revolutionären in aller Welt verdient, insbesondere auch in Deutschland. Die deutsche Bundesregierung hingegen denkt noch nicht einmal daran, Erdogan zu kritisieren - zu sehr ist man hier verstrickt in den Flüchtlingsdeal mit der faschistischen Regierung des NATO-Mitgliedsstaats Türkei.
Veranstaltung im Rahmen der Internationalismus-Live-Reihe
Das Internationalistische Bündnis organisiert am kommenden Mittwoch eine Veranstaltung im Rahmen der Internationalismus-Live-Reihe und lädt dazu herzlich ein. Für die breite Mobilisierung gibt es einen Flyer. Er steht hier zum Verschicken per E-Mail zur Verfügung und wird auch auf verschiedenen Social-Media-Kanälen veröffentlicht werden:
Kernstück der Veranstaltung wird eine Podiumsdiskussion sein, für die bisher folgende Vertreterinnen und Vertreter zugesagt haben:
- Süleyman Gürcan für ATIK, deren Co-Vorsitzender er ist
- Mustafa Arslan für BIR-KAR
- Burak Nom von der TIP
- Gabi Fechtner für die MLPD, deren Vorsitzende sie ist
Es wurden weitere türkische und kurdische Migrantenorganisationen angefragt sowie Leyla Imret, die frühere Bürgermeisterin von Cizre. Auch die Partei DIE Linke, AGIF und KON-MED sind interessiert und prüfen die Entsendung eines Vertreters bzw. einer Vertreterin für das Podium.
Jeder Podiumsteilnehmer, jede Podiumsteilnehmerin hat zu Beginn die Möglichkeit, ein Einleitungsstatement zu halten. Moderiert wird die Podiumsdiskussion von Fritz Ullmann von der Koordinierungsgruppe des Internationalistischen Bündnisses.
Entwurf für eine ICOR-Resolution ist im Abstimmungsprozess
Die türkischen Mitglieder der revolutionären Weltorganisation ICOR haben eine gemeinsame Initiative gestartet und einen Resolutionsentwurf der ICOR auf den Weg gebracht. Darin heißt es: "Die Festnahme İmamoğlus war der entscheidende Moment, der das Fass zum Überlaufen brachte. Auch durch den Aufruf der stärksten bürgerlichen Oppositionspartei CHP an ihre Anhänger und Anhängerinnen, auf die Straßen zu gehen, um für die Freilassung des „nächsten Präsidenten der Türkei Ekrem Imamoğlu zu demonstrieren“, löste sie landesweiten Massenproteste aus.
Trotz eines de-facto Ausnahmezustands und Versammlungsverboten waren die Proteste nicht zu stoppen. Doch die Forderungen von Teilen der Massenbewegung gehen weit über die Freilassung von İmamoğlu hinaus. Es ist der Ruf nach einem Ende der faschistischen Diktatur, getragen von Streikaufrufen von Arbeitern und Gewerkschaften, Boykotten und vor allem durch die entschlossenen Aktionen der Jugend in Universitäten und auf den Straßen. Die antifaschistische Wut bahnt sich auch ihren eigenen Weg auf die Straße. ... Die ICOR unterstützt die antifaschistischen Kräfte in der aktuellen Massenbewegung in der Türkei für ein Ende der faschistischen Diktatur und fordert die sofortige Freilassung der politischen Gefangenen, die Aufhebung der faschistischen Verbote und des Anti-Terror-Gesetzes, die Ausrufung eines sofortigen Waffenstillstands durch den türkischen Staat, das Ende der Besatzungskriege, die Erfüllung der Forderungen der Arbeiterbewegung, der unterdrückten kurdischen Nation sowie aller Unterdrückten."
Ein Slogan bricht sich Bahn
Eine Korrespondentin hat von einer Freundin in Istanbul erfahren, dass bei den Protesten ein neuer Slogan sehr beliebt ist. Es sind einige Verse aus dem Gedicht von Bertolt Brecht "Keiner oder alle. Alles oder nichts. Einer kann sich da nicht retten". Die türkische Übersetzung ist von zwei berühmten Dichtern, die nicht mehr leben:
Kurtulmak yok tek başına.
Ya hep beraber ya da hiç birimiz.
Das wird jetzt auf den Demonstrationen überall gerufen und gesungen.
Die Daten zur Veranstaltung
Internationalismus Live am Mittwoch, dem 9. April 2025. Im Kultursaal der Horster Mitte in Gelsenkirchen, Schmalhorststraße 1c. Einlass: 18 Uhr, Beginn: 18:30 Uhr. Eintritt: 4 Euro / 2 Euro ermäßigt. Für das leibliche Wohl wird gesorgt.