Kundgebung auf dem Römerberg am 2. April
Frankfurt: Solidarität mit der demokratischen Bewegung in der Türkei
Mittwochabend versammelten sich etwa 1000 Menschen auf dem Römerberg in Frankfurt / Main zur Solidarität mit der demokratischen Bewegung in der Türkei. Aufgerufen hatten über 20 Organisationen und Parteien.
Einig waren alle Rednerinnen und Redner, die EU und die Bundesregierung dürfen "nicht mehr wegschauen". Etliche Redner forderten „Freiheit für Ekrem Imamoglu und für alle politischen Gefangenen.“ Auch wurde auf den internationalen Zusammenhang mit Ukraine und USA in der Durchsetzung der autokratischen Herrschaftsform hingewiesen. Ein Redner einer serbischen Gemeinschaft ruft auf zum Zusammenhalt im Kampf gegen die Korruption. „Hoch die Internationale Solidarität!“
Ein Redner von der CHP sprach auf türkisch und erhielt viel Beifall. Noch mehr Beifall bekam aber Ulrich Wilken von der Partei Die Linke. Er nannte Erdogan einen Autokraten, der nicht nur den Bürgermeister von Istanbul, Ekrem Imamoglu, und andere verhaften ließ, sondern auf jeden Fall jegliche kurdische Selbstverwaltung verhindern will. Er verurteilte den Krieg gegen die eigene Bevölkerung und die Angriffe auf Syrien. Er forderte die EU und die Bundesregierung auf, „keine Abkommen mehr mit der Türkei und keine Waffenlieferungen“. Die SPD forderte zahm von Erdogan die Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit. Michael Erhardt, 1. Bevollmächtigter der IG-Metall in Frankfurt, verwies auf die Rolle der Gewerkschaften in der demokratischen Bewegung und formulierte, dass durch die Spaltung zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten 1933 die Errichtung der faschistischen Diktatur nicht gelungen ist.
Das MLPD-Plakat „Verbot aller faschistischen Organisationen“ kam bei den Menschen gut an und war ein gutes Argument, die Presseerklärung der MLPD als Flugblatt zu nehmen. Es gab viel Einigkeit, dass wir im Kampf gegen den Faschismus zusammenstehen müssen in einer Aktionseinheit auf antifaschistischer Grundlage. Am Rande der Kundgebung gab es auch manch vertiefendes Gespräch, dass man auch hinter die Kulissen blicken muss, um die Entwicklung zu verstehen.