Urlaub
Internationalistische Erfahrungen an der Elbe
Eine Radtour an der Elbe, verbunden mit Urlaub in Magdeburg, war dieses Jahr unser Plan. Mit ausgeliehenen Rädern ging es morgens los. Unser Tagesziel, das größte Wasserstraßenkreuz der Welt, war bald erreicht. Neben der schönen Landschaft war die Rückfahrt eine wahre Fundgrube für den Internationalismus.
Alles fing mit einem defekten Fahrradschlauch an. Zum Auffinden der defekten Stelle war die Hilfe des Besitzers vom nächsten Kebab-Laden notwendig. Er hat seinen deutschen Nachbarn informiert, um eine passende Luftpumpe für das Ventil zu finden. Die beschädigte Stelle im Fahrradschlauch war aber leider zu groß und der Kleber vom Flickzeug eingetrocknet. Also die Pumpe zurückgebracht und den Tipp erhalten, demnächst fährt auch ein Bus.
Die Fahrräder und wir konnten auch ohne Probleme einsteigen. Die Tour ging über das Industriegebiet Barleben, in der Nähe von Magdeburg. An der Haltestelle von Salutas, Tochterfirma des Pharmaunternehmens Hexal, wurde der Bus richtig voll. Mindestens 35 Arbeiterinnen und Arbeiter der unterschiedlichsten Nationalität sind zugestiegen, unterhielten sich untereinander oder auch in ihrer Landessprache. Ein bunter Sprachenmix auf dem Weg in den verdienten Feierabend.
Hexal brüstet sich auf seiner Webseite damit, jährlich zwei Milliarden Tabletten, Filmtabletten und Kapseln herzustellen. Damit wird ein Großteil des deutschen Markts beliefert. Wer tatsächlich die Werte produziert, wurde auf dieser kurzen Busfahrt deutlich.
Das Industrieproletariat ist international die entscheidende Kraft. Diese Erfahrung muss auch gegen die Spaltung der Faschisten organisiert werden.