Wahlkampfkundgebung in Hamburg

Wahlkampfkundgebung in Hamburg

"Und wie soll so ein echter Sozialismus aussehen?"

Bei sonnigem Wetter begrüßten wir Anna Schmit, Kandidatin der Internationalistischen Liste/MLPD, mit einem Lied von pepperoni.

Korrespondenz
"Und wie soll so ein echter Sozialismus aussehen?"
"Zukunftsmusik" mit "Gaza tonight" (rf-foto)

Bevor sie die Kundgebung begann, machte sie erstmal einen Workshop: Wie verkauft man das Buch „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!“ Das Buch, dessen Verbreitung systematisch unterdrückt und zensiert wird in den bürgerlichen Medien, wurde durch mehrere Verkäufer in der näheren Umgebung angeboten.

 

Optimistisch und überzeugend stellte sie dann die Forderungen der MLPD vor: Mit schonungsloser Kritik an der imperialistischen Politik. Anna Schmit berichtete in ihrer Rede, wie die aktuelle Jugendstudie zu dem Entschluss kommt, dass der Jugend vor allem eine motivierende Zukunftsperspektive fehlt. Hier ist die MLPD die einzige Partei, die eine wirkliche Alternative aufzeigt. Ihre Hauptlosung ist „Echter Sozialismus statt globale Umweltkatastrophe“. Und wie soll so ein echter Sozialismus aussehen? Der Aufbau muss das Werk der Massen sein. Über ein Rätesystem werden die Leute einbezogen und die Ideen und Errungenschaften der Massen auch wirklich in die Tat umgesetzt.

 

Ein Kollege meinte dann, dass er aber glaubt, dass die Arbeiter gar nicht an die Macht wollen. Und überhaupt sind doch die Arbeiter gar nicht ausgebildet, einen Staat zu regieren, meinte der Kollege weiter. Deshalb ist es wichtig, dass wir eine echte sozialistische Partei haben, in der auch Arbeiter lernen, den Staat zu regieren, so wie auch Selbstorganisationen zur Schule für den sozialistischen Aufbau. Die MLPD ist nicht die einzige Partei, die mit Plakaten für den Sozialismus antritt. Auch die DKP tritt mit Slogans an „Sozialismus – oder Barbarei“. Anna Schmit stellte aber klar, wer wie die DKP die Regierung in Russland verteidigt, ist selbst in das Lager der imperialistischen Politik gewechselt.

 

Mit einer Schweigeminute und dem Lied „Gaza Tonight“ eröffnete Zukunftsmusik die SI-Spendensammlung für Gaza, bei der 111 Euro gesammelt wurden.

 

„Bundeswehr raus aus den Ländern der Welt“ vom Hamburger Rapper Master AL erschallte am Bruno-Tesch-Platz. Dies wurde von Jürgen Bader, Kreisvorsitzender und Hafenpolitischer Sprecher der MLPD, beim Thema  „Arbeiter in die Offensive“ als wichtige Forderung aufgenommen. Arbeiter in die Offensive: das ist mehr als nur offensiver Kampf für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen. Die Arbeiterklasse in Deutschland muss gegen Kriegsgefahr, Faschismus und globale Umweltkatastrophe offensiv kämpfen und u.a. dem Beispiel der Hafenarbeiter in Griechenland und Italien folgen.

 

Dass die Arbeiter in Deutschland in die Offensive kommen  können, zeigte der mutige selbstständige Vier-Schichten-Streik der Hafenkollegen am Buchardkai im November vergangen Jahres. Joachim Griesbaum, Koordinator der ICOR Europa, überbrachte solidarische Grüße und machte klar, dass diese EU für die Politik der Monopole steht. Er zeigte am geplanten MSC-Deal auf, wie die Stadt die Anteile des größten Hafenbetriebs HHLA an MSC mehr als verschenkt. So wird der Wert der HHLA auf 4-6 Mio. geschätzt und MSC bezahlt für den Einstieg 1,2 Mio. Damit verdoppelt MSC seinen Gewinn.

 

Musikalisch gab die Band pepperoni ihre Songs zum Besten und die Gruppe Zukunftsmusik beeindruckte mit ihren neuen selbst gedichteten Liedern. Das Lied „Warum nicht“ fordert auf, Partei zu ergreifen. Joachim von der Zukunftsmusik kritisierte im Zusammenhang mit dem Lied, dass es immer wieder Leute gibt, die immer noch eine neue Gruppe gründen, um eine Kommunistische Partei aufzubauen. Statt sich mit der MLPD gründlich zu beschäftigen und an einem Strang zu ziehen.

 

Es gab vielfältige Beiträge am Offenen Mikrofon. Ein Airbus-Kollege berichtete, wie die Arbeitshetze zunimmt. Von den Kollegen wird verlangt, nun 20 Überstunden zu machen, und gleichzeitig erhöht Airbus weiter seine Kriegsproduktion. Beides kann nicht im Interesse der Arbeiter sein. Ein Grußwort kam von der Umweltgewerkschaft in Hamburg.

 

Gemeinsam sangen wir am Schluss die Internationale als mobilisierenden Abschluss der Kundgebung.