Erlangen
Streikversammlung von bayerischen Klinikbeschäftigten
Am 6. Mai organisierte ver.di in Erlangen vor den Unikliniken eine gemeinsame Streikversammlung für die Beschäftigten in den Klinik-Service-Gesellschaften (KSG) in Erlangen, Würzburg und Regensburg. Diese wurden zu wesentlich schlechteren Bedingungen aus dem Tarif der Uni ausgegliedert.
Es nahmen zwischen 200 und 300 Kolleginnen und Kollegen teil, auch an der anschließenden Demonstration zum Rathaus. Sie fordern den Tarifvertrag Länder, im Moment werden sie nach dem Gebäudereiniger-Tarif bezahlt. Der Stundenlohn liegt knapp über dem Mindestlohn. Den Betroffenen entgehen so bis zu 900 € im Monat. Sie sehen nicht ein, dass sie schlechter bezahlt werden als die übrigen Uniklinik- Beschäftigten.
Gegen die Streikenden wurde mit Kündigungen, Abmahnungen und Psychoterror vorgegangen. Es wurde nicht der Streik als Kündigungsgrund angeführt, sondern eine andere angebliche Verfehlung. Neun Beschäftigte wurden bereits gekündigt, sechs weiteren wird damit gedroht. Die Klinik-Leitung setzt alle verfügbaren Mittel ein, um die Streikenden einzuschüchtern und den Streik zu brechen.
Die Demonstration kam am Erlanger Schloss vorbei, vor dem gerade eine Europawahl-Kundgebung mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann stattfand. Auf einer langen Zwischenkundgebung trugen die Streikenden ihre Forderungen vor und sie sprachen den Innenminister auch direkt persönlich an. Herrmann hatte nämlich erklärt, dass beim Service kein Arbeitskräftemangel herrscht. Es gibt genug Leute, die das machen können. Tatsächlich haben die Service-Kräfte der Klinik eine große Verantwortung, für die Hygiene in der Klinik zu sorgen. Das ist sehr anspruchsvoll.
Es herrschte eine sehr kämpferische Stimmung. Von Seiten der Streikenden und ver.di wurde der Streik mit großem Einsatz geführt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten ihre Entschlossenheit zum Ausdruck, den Kampf bis zum Sieg weiterzuführen. Die MLPD stellte in einem Redebeitrag die Verbindung zur weltweiten Krise des Kapitalismus her. Das fand großen Beifall.