Stukenbrock-Senne, Stalag 326

Stukenbrock-Senne, Stalag 326

8. Mai 2024 in Stukenbrock

Ca. 300.000 Gefangene kamen zwischen 1941 und 1945 in das Kriegsgefangenenlager Stukenbrock-Senne, Stalag 326. Rd. 65 000 Menschen, überwiegend sowjetische Kriegsgefangene, überlebten nicht.

Von Gerd Detering
8. Mai 2024 in Stukenbrock
Würdiges Gedenken auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof in Stukenbrock-Senne (rf-foto)

Sie waren vor allem Soldaten der Roten Armee, die darum kämpften, ihre sozialistische Heimat zu verteidigen und diese von den deutschen Aggressoren zu befreien. Sie setzten ihr Leben ein für die Befreiung ihres Landes und auch für die Befreiung Deutschlands vom Faschismus. Mahnmal und Friedhof stehen für dieses antifaschistische Gedenken und für diesen Auftrag.

 

Am 8. Mai jährt sich wie jedes Jahr in Deutschland der Tag der Befreiung vom Hitler-Faschismus. Mit der bedingungslosen Kapitulation endete für die Deutschen nicht nur der Krieg und das „1000-jährige Reich" der Faschisten, sondern begann auch ein neuer Aufbruch. „Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!" war die Losung der Zeit. Dafür stand auch der von den Überlebenden errichtete Obelisk mit der roten Fahne auf seiner Spitze. Die damals sozialistische Sowjetunion, die die Hauptlast des Krieges getragen hatte, hatte gemeinsam mit den Alliierten die Welt von der Barbarei des Hitler-Faschismus befreit.

 

In diesem Gedenken wenden wir uns gegen jeden Versuch, dieses Vermächtnis antikommunistisch umzudeuten. Das „Konzept für die Weiterentwicklung" des Stalag 326 folgt der Leitlinie „Das Lager wurde überall gemacht". Damit soll das faschistische Kriegsgefangenen-Lager zu einem Werk „ganz normaler Deutscher" umgedeutet werden. Ideologisch setzt diese Geschichtsrevision auf die bürgerliche Theorie der „Kollektivschuld". Diese setzt Täter und Opfer gleich, nimmt das Finanzkapital als Drahtzieher des Hitler-Faschismus aus dem Blickfeld und verleugnet und diffamiert den mutigen und opferreichen Widerstand zahlloser Kommunisten, Sozialdemokraten und Christen. So soll das antifaschistische Gedenken relativiert und letztlich revidiert werden.

 

Deshalb wenden wir uns gegen diese bürgerliche „Neukonzeption" und fordern das antifaschistische Engagement zum Erhalt der Gedenkstätte und des Gedenkens an das Stalag 326 dauerhaft zu unterstützen. Der Tag der Befreiung, der Sieg über den Hitler-Faschismus am 8. Mai, muss zu einem bundesweiten, gesetzlichen Feiertag werden!

 

Gegen den antikommunistischen Mainstream wollen wir am Obelisken am 8. Mai 2024 um 18:00 Uhr der Opfer im Stalag 326 und des antifaschistischen Widerstands gedenken – in diesem Jahr eng verbunden mit der Forderung nach einem sofortigen Stopp des Kriegs um die Ukraine und in Gaza und dem aktiven Widerstand gegen die akute Gefahr eines atomar geführten Dritten Weltkrieges. Dazu lade ich alle Mitkämpferinnen und Mitkämpfer und antifaschistische Organisationen im Namen der Freunde des Internationalistischen Bündnisses in Ostwestfalen ein. Eigene kulturelle Beiträge sind ausdrücklich erwünscht. Ich bitte um vorherige Information an meine E-Mail-Adresse post@hbm1.de.

 

Mit solidarischen Grüßen! Gerd Detering, Horn-Bad Meinberg

 

Gib Antikommunismus keine Chance!