Schrittweise zur 35-Stunden-Woche
Lokführergewerkschaft GDL erzielt Verhandlungsergebnis mit der Deutschen Bahn AG
Nach fünfmonatigen Verhandlungen mit mehreren kürzeren Warnstreiks und zwei mehrtägigen Streiks erzielte die GDL gestern ein Verhandlungsergebnis mit der Deutschen Bahn.
Die hauptsächlichen Ergebnisse sind:
- Schrittweise Absenkung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich für Schichtarbeiter ab 2026 bis 2029. Allerdings soll jeder Beschäftigte die Wahlmöglichkeit zwischen 35 und 40 Stunden haben. Ab 2027 muss sich jeder Beschäftigte melden, wenn er die Arbeitszeit senken will.
- Der Tarifvertrag für das Entgelt hat eine Laufzeit von 26 Monaten, endet damit am 31.12.2025.
- Das monatliche Entgelt erhöht sich einheitlich ab 1.8. um 210 Euro und nochmals um 210 Euro ab April 2025. Das bedeutet aber für die Kolleginnen und Kollegen neun Monate ohne tabellarische Lohnerhöhung.
- Die DB zahlt eine steuerfreie „Inflationsausgleichsprämie“ von 2850 Euro, 1500 Euro im März und weitere 1350 im Mai, für Teilzeitbeschäftigte anteilig.
- Fünf-Tage Woche.
- Die mit 29 privaten Bahnunternehmen abgeschlossenen Verträge werden dem Verhandlungsergebnis mit der DB angepasst.
- Die DB hat alle Gerichtsverfahren, die der GDL das Recht absprechen sollten, Tarifverträge abzuschließen, zurückgenommen. Dahinter steckte das politische Motiv, eine kämpferischen Gewerkschaft klein zu kriegen. Außerdem konnte die DB alle Gegenforderungen nicht durchsetzen.
Ein Wermutstropfen für die GDL ist, dass sie sich mit ihrer Forderung nach Übernahme des Tarifvertrags für die Tausende Beschäftigte im Netzbetrieb und in der Netzinstandhaltung nicht durchsetzen konnte. Mit der Kampfbereitschaft der Kollegen und der breiten Solidarität konnte die GDL ein Verhandlungsergebnis erzielen, das mit Abstrichen wesentliche Bestandteile ihrer Forderungen erfüllt. Der Bahnkonzern hat auf jeden Fall eine Niederlage erlitten. Mit einem Vollstreik wäre mehr drin gewesen. Unverständlich ist, warum sich die GDL darauf eingelassen hat, bereits vor Beginn der nächsten Verhandlungen 2026 Verhandlungen mit der DB über Schlichtungsmodalitäten zu vereinbaren.
Rote Fahne News berichtet morgen ausführlicher.