Traditioneller Milchbauernabend des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Reutberg

Traditioneller Milchbauernabend des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Reutberg

Das „Rebellische“ kam an, „das ist jetzt das Gebot der Stunde“

Rund 1500 Besucherinnen und Besucher aus dem Oberland, dem Allgäu und vielen anderen bayerischen Regierungsbezirken strömten in das große Festzelt im idyllischen Voralpenland. Redner und Zugpferde waren der stellvertretende bayerische Ministerpräsident Hubert Aiwanger und der heutige Ehrenvorsitzende und Gründungsmitglied des BDM, Romuald Schaber. Am Eingang verteilten wir von der MLPD ca. 300 Exemplare der "Rebellische Landstimme" und boten die Neuerscheinung "Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!" von Stefan Engel, Monika Gärtner-Engel und Gabi Fechtner an.

Von wr
Das „Rebellische“ kam an, „das ist jetzt das Gebot der Stunde“
Die "Rebellische Landstimme" wurde gerne genommen (rf-foto)

Viele Klein- und Mittelbauern stimmten mit uns überein, dass die Großkonzerne ins Visier genommen werden müssen. Immer wieder war zu hören: „Die kassieren richtig ab und das auf unsere Kosten“ und: „Die Politiker sind alle gleich, die sind nur den Großkopferten verpflichtet“.


Ein junger Besucher aus Miesbach kam extra aus dem Zelt zurück. Er trug sich als Unterstützer der Agrarplattform des Internationalistischen Bündnis ein: „Ihr sprecht mir aus dem Herzen“. Im Zelt sahen wir viele, die interessiert zu lesen begannen und dann die "Rebellische Landstimme" sorgfältig in die Jacke steckten. Zwei Bücher wechselten den Besitzer.


Ungewöhnlich für Hubert Aiwanger wetterte er nicht einmal sonderlich gegen die Ampel-Regierung. Er griff Alltagsfragen und Sorgen der Bauernfamilien auf, um sie in kleinbürgerlich-pragmatischer Manier abstrus mit willkürlichen Zusammenhängen zu verknüpfen und damit reaktionäre nationalistische Stimmungen zu bedienen. Demagogisch lenkte er den Unmut gegen Bürgergeldempfänger und Asylbewerber, die Geld fürs Nichtstun bekämen, während das Geld für die Bauern fehle. Nur, dass kein Bauer einen Cent mehr bekommt, wenn es einem Asylbewerber weniger zugestanden wird.

 

Romuald Schaber widerlegte in seinem Vortrag die weit verbreitete Behauptung, die Kuh sei ein Klimakiller. Gerade die kleinen Anbindehalter tun viel für die Umwelt, solange die Kühe die meiste Zeit des Jahres auf der Weide sind. Nun soll die Anbindehaltung gesetzlich verboten werden. Für die rund 12.000 betroffenen Betriebe soll es nur eine kurze Übergangsfrist geben. Der BDM hatte bereits vor Jahren gute Gespräche mit dem Handel über einen schrittweisen Ausstieg aus der ganzjährigen Anbindehaltung und die Beibehaltung der Kombishaltung geführt. Doch der Bauernverband und die Landesregierungen haben ihre Unterschrift verweigert und alle Bemühungen zunichte gemacht.


Bis weit in den Abend hinein gab es lebhafte Unterhaltungen. Viele Vorschläge wurden diskutiert: Wie kann man den Kampf der Klein- und Mittelbauern unterstützen und mit welcher Perspektive soll er geführt werden? Für den musikalischen Ohrenschmaus sorgte die 30-köpfige Milchbauern-Blaskapelle, für den kulinarischen die Bewirtung mit Produkten aus der Region.