Öffentlicher Nahverkehr

Öffentlicher Nahverkehr

Streiks für bessere Arbeitsbedingungen und Umweltschutz

Die Gewerkschaft ver.di ruft in dieser Woche bundesweit - außer in Bayern - die 90.000 Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr zu „Wellenstreiks“ auf, in Städten wie Stuttgart an bis zu zwei Tagen. Hauptstreiktag ist der Freitag, 1. März, der gemeinsam mit Fridays for Future (FFF) als „Klimastreiktag“ durchgeführt wird.

Von wb

Die sozialen Forderungen von ver.di zielen auf die Entlastung der Beschäftigten: Verkürzung der Wochenarbeitszeit, Erhöhung des Urlaubsanspruchs, zusätzliche Entlastungstage für Schicht- und Nachtarbeit sowie die Begrenzung von geteilten Diensten und unbezahlten Zeiten im Fahrdienst. Ein Busfahrer: „Viele von uns sind an einer Belastungsgrenze, wir haben teilweise neun Stunden Dienst ohne richtige Pause. ... Wir haben gelernt, dass einfache Appelle nicht reichen, um wirklich etwas zu verändern. Wir müssen uns zusammentun und die Dinge selbst in die Hand nehmen, deswegen gehen wir am 1. März zusammen auf die Straße.


Die Jugendumweltbewegung FFF unterstützt das. Denn: „Der ÖPNV ist das Herzstück der klimafreundlichen und sozial gerechten Mobilitätswende. Die Beschäftigten des Nahverkehrs befördern täglich 28 Millionen Fahrgäste und vermeiden dadurch 9,5 Millionen Tonnen CO2 im Jahr.“.² Ver.di und FFF fordern deshalb den Ausbau des Nahverkehrs mit Investitionen von 100 Milliarden Euro bis 2030 mit dem Ziel, die Kapazitäten des ÖPNV zu verdoppeln. Deshalb gibt es seit einiger Zeit das Bündnis „Wir Fahren Zusammen“, in dem Beschäftigte des ÖPNV, Fahrgäste und Klimaschützer ihre Zusammenarbeit organisieren. Charlotte vom FFF Mainz bringt das Projekt auf den Punkt: "Klimakrise und soziale Fragen wurden viel zu lange gegeneinander ausgespielt, damit ist jetzt Schluss!".³


Die MLPD unterstützt und fordert den Schulterschluss von Arbeiter- und Umweltbewegung als Schlüssel für einen gesellschaftsverändernden Kampf. Eine "sozial gerechte Mobilitätswende" kann jedoch nicht in einem kapitalistischen Gesellschaftssystem durchgesetzt werden, das nur noch um den Preis der Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen existieren kann. Deshalb werben und verkaufen Mitglieder und Kontakte der MLPD seit einiger Zeit in den Tarifkämpfen das Buch "Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!". Es soll helfen, das Umweltbewusstsein von Arbeitern und Umweltaktivisten höher zu entwickeln - zu der Erkenntnis: Wenn wir das Überleben der Menschheit auf absehbare Zeit sichern wollen, müssen wir den Imperialismus revolutionär überwinden und die vereinigten sozialistischen Staaten der Welt aufbauen. Für einen gesamtgesellschaftlichen Paradigmenwechsel mit der Leitlinie der Einheit von Mensch und Natur!