Gelsenkirchen

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Kämpferische Kundgebung fordert sofortigen Stopp der geplanten israelischen Militäroffensive in Rafah

Zwischen 45 und 50 feste Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatte die Kundgebung des Internationalistischen Bündnisses, die am gestrigen Freitagabend den Völkermord der israelischen Netanjahu-Regierung an den Palästinensern anprangerte und den sofortigen Stopp der geplanten israelischen Militäroffensive in Rafah forderte.

Korrespondenz

Um 17 Uhr eröffneten die Moderatorinnen Monika Gärtner-Engel und Martina Reichmann vom Internationalistischen Bündnis die Kundgebung auf dem Heinrich-König-Platz in der Gelsenkirchener Innenstadt. Viele interessierte Passanten blieben stehen und hörten zu. So wuchs die Kundgebung zeitweise auf bis zu 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an. Besonders erfreulich war, dass arabische Jugendliche zur Kundgebung gekommen waren.


Gleich zu Beginn prangerte Monika Gärtner-Engel den Völkermord der israelischen Regierung an den Palästinenserinnen und Palästinensern im Gazastreifen an, distanzierte sich aber auch ausdrücklich von den menschenverachtenden Massakern der faschistischen Hamas an unschuldigen Zivilistinnen und Zivilisten in Israel. Jan Specht, Stadtverordneter des überparteilichen Kommunalwahlbündnisses AUF Gelsenkirchen, und Dr. Willi Mast vom Vorstand von AUF Gelsenkirchen kritisierten die Einstellung der Zahlungen an das Flüchtlingshilfswerk UNRWA. Die USA, Deutschland, Großbritannien, Japan, Österreich, Kanada, Australien, Finnland und Italien haben aktuell die Zahlungen eingestellt. Sie nehmen damit bewusst den Tod von mehr als 2 Millionen Menschen im Gazastreifen in Kauf, die nun ohne Nahrung sind.

 

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Mitglieder der Solidaritäts- und Hilfsorganisation Solidarität International, die vor Ort Spenden für einen Ambulanzwagen im Gazastreifen sammelten, berichteten, dass jenseits der Grenze zum Gazastreifen, in Ägypten, bereits riesige Lager für palästinensische Flüchtlinge errichtet werden. Es sind keine Zeltlager, sondern Lager, die mit Betonmauern und Stacheldraht gesichert sind. Hier sollen die Palästinenser aus dem Gazastreifen untergebracht werden, die fliehen müssen, wenn die israelische Armee Rafah mit Bodentruppen angreift. Die Vertreibung der Palästinenser aus dem Gazastreifen  - eine zweite Nakba - ist also offensichtlich beschlossene Sache.


Für die Bergarbeiterbewegung Kumpel für AUF überbrachte Christian Link die Solidarität der Bergleute mit dem palästinensischen Kampf für Demokratie und Freiheit. Eine Passantin schlug den Bogen von der Palästina-Solidarität zur antifaschistischen Massenkundgebung, die kürzlich mit über 6000 Teilnehmern in Gelsenkirchen stattgefunden hatte. Sie erklärte, dass man nicht hier gegen Faschisten demonstrieren und gleichzeitig die israelische Regierung und ihr Vorgehen gegen die Palästinenserinnen und Palästinenser tolerieren oder gar unterstützen kann.


Lisa Gärtner von der MLPD berichtete von der antifaschistischen Kundgebung und protestierte entschieden gegen eine Anzeige der Polizei gegen sie und Ulja Serway vom Internationalistischen Bündnis wegen „illegaler Versammlung“. Diese zweite Kundgebung, die vor dem Hans-Sachs-Haus stattgefunden hatte, war aber zuvor von Ulja Serway angemeldet worden.

 

Florian Lutz von der MLPD berichtete von der großen internationalen Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der gestrigen Kundgebung in Gelsenkirchen können stolz darauf sein, Teil dieser Solidaritätsbewegung zu sein.