Weltkriegsvorbereitung
NATO-Manöver „Steadfast Defender“ probt Krieg gegen Russland
Noch größer als die NATO zugibt - "Steadfast Defender" (dt. "Unerschütterlicher Verteidiger") ist das mit Abstand größte Manöver der NATO seit 36 Jahren. Noch nie waren so viele Nationen direkt an einem NATO-Manöver beteiligt - 31 NATO-Mitglieder und Schweden. Die Mega-Operation hat eine strategische Dimension und wird sich über vier Monate bis in den Juni erstrecken.
Das Manöver ist Teil der psychologischen Kriegsführung. Die Thüringische Landeszeitung titelt: „Die NATO zeigt Putin ihre Muskeln" und „bald rollen durch Deutschland Panzerkolonnen und andere Militärtransporte" (29.1.24).
Das Szenario: 3. Weltkrieg
Circa 90.000 Soldaten, 80 Kampfflugzeuge (F-35 Tarnkappen-Kampfflugzeuge, FA-18 Mehrzweckkampfflugzeuge, Harrier-Senkrechtstarter, F-15 Abfangjäger, Hubschrauber und zusätzlich „unzählige unbemannte Luftfahrzeuge“), 1100 Kampffahrzeuge - darunter mindestens 150 Kampfpanzer, 500 Schützenpanzer und 400 gepanzerte Truppentransporter - sowie über 50 Schiffe, einschließlich Flugzeugträger, Zerstörer, Fregatten und Korvetten, sollen Teil des Manövers sein.¹
Der Einsatz so vieler Schiffe zeigt die strategische Dimension und einen Schwerpunkt: Die Verlegung von Truppen in großer Zahl über große Distanzen: „Das Bündnis wird seine Fähigkeit unter Beweis stellen, den euro-atlantischen Raum durch die transatlantische Verlegung von Streitkräften aus Nordamerika zu verstärken“¹, sagte Armeegeneral Christopher G. Cavoli, der Oberste Alliierte Befehlshaber der NATO in Europa, in einer Veröffentlichung des US-Kriegsministeriums (US Department of Defense).
Manövergebiet: Zwei Kontinente, vier Meere
Dieses Manöver wird laut der NATO hauptsächlich in Finnland, Estland, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Rumänien, der Slowakei, Schweden und dem Vereinigten Königreich stattfinden – unerwähnt bleibt das Offensichtliche. Auch in den USA werden massive Verladeoperationen und Truppenbewegungen stattfinden müssen. Außerdem werden durch die Bewegungen der Kriegsflotten Atlantik, Nordpolarmeer, Nordsee und Ostsee zu gewaltigen Truppenübungsplätzen.
Verharmlosung: Mehr Truppen, als die NATO angibt
Das deutsche Manöver "Quadriga 2024", das polnische „Dragon-24“, sowie "Saber Strike 24", "Immediate Response 24" und "Swift Response 24" sind operative Bestandteile von „Steadfast Defender“.
Hinzu kommt aber noch das Manöver "Nordic Response 24" von 14 Nationen in Nord-Norwegen, das nicht offiziell Bestandteil von "Steadfast Defender" ist, dieses aber als "Dachmanöver" nutzen will. Über 20.000 Soldaten, mehr als 110 Kampfflugzeuge, Helikopter und andere Luftfahrzeuge sowie mindestens 50 weitere Schiffe, darunter Fregatten und U-Boote, sind dafür mobilisiert. Wie viele Kampffahrzeuge teilnehmen, ist unbekannt.²
Dass „Nordic Response 24“ nicht Bestandteil von „Steadfast Defender“ ist, bedeutet auch, dass die dafür vorgesehenen Truppen nicht Teil der Aufstellung für „Steadfast Defender“ sind. Somit sind tatsächlich über 110.000 Soldaten, 100 Schiffe, 190 Flugzeuge und in jedem Fall deutlich mehr als 1100 Kampffahrzeuge von der NATO für diese Manöver mobilisiert worden.
Der anvisierte Feind der NATO ist Russland
Auch das US-Ministerium behauptet, dass NATO-Manöver sich nicht gegen eine real existierende Nation richten. Die Ausgangslage des Manövers sei stattdessen „ein fiktiver Angriff auf die Allianz, der von einem nahezu gleichwertigen Gegner ausgeht“¹. Es ist offensichtlich, dass damit das neuimperialistische Russland gemeint ist, an dessen gesamter Grenze mit der NATO das Manöver ebenfalls stattfinden wird. Selbst das US-Ministerium gibt sich da offensichtlich nicht seinen eigenen Illusionen hin, denn die Presseerklärung wurde auf ihrer Webseite unter „ukraine response“ (dt. „Ukraine-Antwort“) kategorisiert.
Russland nutzt das NATO-Manöver, um sein eigenes Narrativ zu belegen. "Diese Übungen sind ein weiteres Element des hybriden Krieges, den der Westen gegen Russland entfesselt", sagte der stellvertretende russische Außenminister Alexander Grushko der staatlichen Nachrichtenagentur RIA am 21. Januar. "Eine Übung dieses Ausmaßes (…) markiert die endgültige und unwiderrufliche Rückkehr der NATO zu den Schemata des Kalten Krieges, als der militärische Planungsprozess, die Ressourcen und die Infrastruktur auf eine Konfrontation mit Russland vorbereitet wurden."³
Während die Repräsentanten des russischen Neuimperialismus zu Recht der NATO vorwerfen, zur Logik des Kalten Krieges zurückzukehren, vergessen sie natürlich sehr bequem, dass sie selbst gerade einen heißen Krieg in der Ukraine führen.
Jetzt organisieren gegen die Weltkriegsgefahr
Dieses Manöver erhöht die akute Kriegsgefahr erheblich, denn es könnte auch eine Grundlage für eine Invasion der russischen Föderation nach der Vorlage entsprechender Pläne aus dem Kalten Krieg sein. Russland weiß das und wird die Bewegungen genauestens beobachten – das Risiko eines Fehlalarms ist gewaltig.
Gleichzeitig probt das imperialistische NATO-Bündnis mit „Steadfast Defender“ seine Fähigkeit, einen globalen Konflikt zu führen. Das ist für sich genommen ein wesentlicher Sprung in der imperialistischen Weltkriegsvorbereitung. Die militärischen Strategien und Taktiken und das Zusammenspiel der Streitkräfte verschiedener Nationen in unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen sind für Angriff wie Verteidigung gleichermaßen wichtig.
Die MLPD hat bereits in ihrer Analyse "Der Ukrainekrieg und die offene Krise des imperialistischen Weltsystems" festgestellt, dass fast alle imperialistischen Länder aktiv einen Dritten Weltkrieg vorbereiten. Der Weltkrieg hat noch nicht begonnen – er kann also noch verhindert werden. Verhindern werden ihn nicht diejenigen, die ihn tatkräftig vorbereiten. Hofft nicht auf die Hilfe von oben sondern schreitet selbst zur Tat: Beteiligt Euch an den Widerstandsgruppen von MLPD und REBELL, bringt Euch in die Neue Friedensbewegung gegen Faschismus und Krieg ein, werdet Mitglied in der MLPD und im REBELL!