Leserbrief an die Frankfurter Rundschau

Leserbrief an die Frankfurter Rundschau

Nochmals zu einer angeblich "prorussischen Position" der MLPD

Die "Frankfurter Rundschau" veröffentlichte Anfang Dezember 2023 eine Richtigstellung plus Entschuldigung zu der von ihr aufgestellten Behauptung, die MLPD sei für ihre "antiamerikanische und prorussische Haltung bekannt.“

Rote Fahne News berichtete - "MLPD: Frankfurter Rundschau entschuldigt sich".

 

Jedoch hat die Frankfurter Rundschau bis heute nicht einen kritischen Kommentar von Gabi Fechtner zu dem Vorgang veröffentlicht, weder als Leserbrief noch als Online-Kommentar. Deshalb dokumentiert "Rote Fahne News" das Schreiben.

 

Werte Redaktion der Frankfurter Rundschau,

 

mittlerweile wurde der Artikel „Wirbel um Wagenknechts Spendenkonto“ (FR-Online) auf unseren Protest hin mit einem „Transparenzhinweis“ ergänzt: „Wir haben den Satz 'Sowohl Ken Jebsen als auch die MLPD sind für ihre antiamerikanische und prorussische Haltung bekannt' aus dem Artikel entfernt. Die MLPD hat in der Vergangenheit den Angriff Russlands auf die Ukraine verurteilt. Ihr eine undifferenzierte Haltung zu Russland zu unterstellen, war deshalb ungenau. Wir bitten dies, zu entschuldigen.“

 

Die Entschuldigung nehmen wir an! Aber dass unsere Haltung zum heutigen Russland nur „ungenau“ dargestellt worden wäre, ist doch sehr höflich ausgedrückt. Die MLPD hat Russland bereits als neuimperialistisches Land bezeichnet, als Kanzlerin Merkel noch mit Putin dinierte und parlierte und Gasgeschäfte in ganz großem Umfang gerne noch mit Russland statt mit Katar getätigt wurden.

 

Diese Entwicklung Russlands haben wir schon 2017 ausführlich in unserer Broschüre „Über die Herausbildung neuimperialistischer Länder“ dargelegt und im Ukrainekrieg von Beginn an öffentlich klar verfochten. Es gehört zu unserer Grundlagen, dass wir uns jederzeit klar gegen alle Imperialisten wenden, seien es die USA, die immer noch weltweiter Hauptkriegstreiber sind, aber auch Deutschland, EU oder eben neue Imperialisten wie Russland, China, Türkei, Katar, Saudi Arabien oder Iran. Ist es nicht eine ziemlich klischeehafte antikommunistische Verblendung, wenn ihre Redaktion diese in der demokratischen Öffentlichkeit bekannte Tatsache noch nicht einmal weiß und uns als „Kommunisten“ mal eben dem „prorussischen“ Lager zuordnet?

 

Das ist nicht ungenau, sondern falsch und rufschädigend, zumal es tatsächlich ein (revisionistisches) Lager in der „Linken“ gibt, das Russland und China oder gar den Iran verteidigt und als Bündnispartner darstellt. Damit haben wir nichts gemein und nehmen diese Frage deshalb sehr genau!

 

Mit freundlichen Grüßen
Gabi Fechtner, Gelsenkirchen