Düsseldorf
Über Hunderttausend bei der Demonstration gegen die AfD
Zur Demonstration am 27. Januar hatten Düsseldorf stellt sich quer, Düsseldorfer Appell und DGB unter dem Motto: „Nie wieder ist jetzt! Für Demokratie und Rechtsstaat“ aufgerufen. Dem Aufruf schlossen sich u.a. kirchliche Organisationen, Karnevals- und Sportvereine an.
Ein undemokratisches Parteifahnenverbot sollte zumindest für den vorderen Teil der Demo gelten. Es gab aber offenbar keine Ordnungskräfte, die solches auch nur versuchten durchzusetzen. Die Redner der Abschlusskundgebung waren außer OB Keller (CDU) und Mona Neubaur (Grüne) unter anderen der Karnevalsprinz, die Kreis- und Landesvorsitzende des DGB, Heinrich Fucks (Superintendent der evangelischen Kirche), Hans-Jochen Witzke (Mieterschutzbund). Kulturbeiträge auf der Hauptbühne kamen von der Deutschen Oper am Rhein und von den Broilers. Mindestens vier Redner hatten mit der Erinnerung an die Befreiung von Auschwitz durch die sowjetische Armee begonnen, auch OB Keller. Herr Witzke verlangte Zivilcourage, dass man praktisch der Diskriminierung und dem Rassismus entgegentritt.
Mit ca. 100.000-150.000 Demonstranten wurde es zur größten Demonstration in Düsseldorf seit langer Zeit. Die meisten selbstgeschriebenen Kartons richteten sich klar gegen Faschismus und AfD. In einer geringeren Zahl fand sich die Linie des bürgerlichen Antifaschismus z.B. mit der Losung „gegen jeden Extremismus“.
Organisationsfahnen gab es zahlreich: Grüne, Linkspartei, DIDF, ver.di, rso und viele andere, natürlich auch MLPD und REBELL.
Zur Teilnahme an der riesigen Demonstration hatten sich Freundschaftsgruppen, Schulklassen, Familien, Kollegenkreise (auch Mercedes-Vertrauensleute) verabredet.
Wir von der MLPD führten Hotspots durch, bildeten AP-Trupps und hatten ein frisch erstelltes Transparent für das Verbot der AfD und aller faschistischen Organisationen!
Während unserer Teilnahme am Demozug gelang es relativ gut, gerade mithilfe der Mitglieder des REBELL, eine zuversichtliche und kämpferisch-nachdenkliche Stimmung zu fördern mit Losungen und selbst angestimmten Liedern (Bella Ciao, Einheitsfront- und Moorsoldatenlied).
Unsere Beiträge am Mikro befassten sich mit AfD und der Forderung nach deren Verbot, mit den Beziehungen zwischen AfD und Monopolkapital, mit dem heuchlerischen Antifaschismus von Regierungsseite bei gleichzeitiger Verabschiedung des „Rückführungsverbesserungsgesetzes“, mit der historischen Erfahrung, dass der Hauptfeind des Faschismus revolutionäre Arbeiterbewegung und fortschrittliche Organisationen sind. Die Rede von „Extremisten“ behauptet die Gleichheit von Tätern und Opfern faschistischer Verbrecher. Wir luden zu streitbarer Auseinandersetzung ein: um eine künftige Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung – den echten Sozialismus und um die Schlussfolgerungen aus dem Verrat an früheren sozialistischen Gesellschaften. Wir richteten uns gegen AfD-Demagogie v.a. in Fragen der Umwelt und wiesen auf unsere neue Schrift „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!“ hin.
Die Mehrheit der Demonstranten zeigte Interesse, oft auch Zustimmung und Anerkennung für diese Beiträge. Vereinzelt kamen Einwände, wir würden nur die Regierungspolitik schlecht machen, was doch gar nicht das heutige Thema sei. Heute würde es doch nur darum gehen, dass wir alle gegen die AfD einig sind.
Es ist genau richtig, da gemeinsam zu handeln, wo wir uns einig sind. Genau das passiert derzeit jeden Tag quer durch die Republik. Doch das schließt nicht aus, sondern erfordert gerade, die kontroversen Fragen solidarisch zu diskutieren. Zum Beispiel, dass die Rechtsentwicklung der Regierung richtige Zutreiberdienste für die Faschisten leistet. In diesem Sinne: Auf ein Neues!