Mecklenburg-Vorpommern
„Wir kämpfen weiter, bis die Kürzungen vom Tisch sind“
Auch in Rostock versammelten sich mehrere Hundert Bäuerinnen und Bauern und blockierten mit ihren Traktoren die Autobahnauffahrten. Wir machten uns schon früh auf den Weg, um ihnen die Solidarität der MLPD zu erklären.
Bereitwillig und interessiert wurde das Flugblatt „Gegen die Regierung, rechte 'Opposition' und Monopole!“ genommen. Schnell kamen wir ins Gespräch. „Uns steht das Wasser bereits jetzt schon bis zum Hals. Die Streichung der Steuerrückvergütung für Agrardiesel gäbe vielen jetzt den Rest.“ Entsprechend groß war ihre Wut und Empörung, aber auch ihre Entschlossenheit, solange weiter zu kämpfen, bis die Kürzungen vollständig vom Tisch sind.
Auffallend war, dass es meist jüngere Landwirte waren, die um ihre Zukunft bangten und zum Teil regelrechte Existenznöte hatten. Einige rechneten uns genau vor, welche höheren Kosten jetzt auf sie zukommen und dass diese nicht mehr zu stemmen seien. Auch waren viele sehr für den Umwelt- und Landschaftsschutz und eine nachhaltige Landwirtschaft. Doch wegen den ständig steigenden Kosten und Preisdruck der Lebensmittelkonzerne, könnte dies nicht ohne staatliche Zuschüsse geleistet werden. Die Alternative echter Sozialismus wurde noch kaum gesehen. „Meine Eltern sind in die LPG gezwungen worden“, meinte einer skeptisch.
Wichtig war auch, klare Kante gegen rechts zu zeigen und über das falsche Spiel der AfD aufzuklären, die sich jetzt als „Retter“ der Bauern aufzuspielen versucht. Sympathien für sie äußerten nur einzelne wenige, mit denen aber sachlich und unaufgeregt darüber diskutiert werden konnte. Damit sich wirklich etwas für die Klein- und Mittelbauern ändert muss sich ihr berechtigter Protest mit dem Kampf der Arbeiter verbinden, um zu einer wirklichen Kraft gegen Regierung und Monopole zu werden.