Bauernprotest
Mit 600 Traktoren zur Sternfahrt nach Frankfurt
Über 1.000 Teilnehmer kamen zur Kundgebung des Bauernverbands in Frankfurt. In schier endloser Reihe fuhren Traktoren zum Frankfurter Messegelände. Ausgiebig hupten sie bei Ankunft und waren hoch erfreut von so vielen freundlich begrüßt zu werden. Etliche kamen aus Solidarität mit dem Kampf der Bauern für bessere Lebensbedingungen.
Mit dem MLPD-Flyer sprachen wir direkt an: „Arbeiter und Bauern Hand in Hand.“ Der Kampf muss gemeinsam geführt werden. Lokomotivführer streiken für 35-Stundenwoche bei vollem Lohnausgleich, gerade 1000 m entfernt am Hauptbahnhof.
Die Stimmung war kämpferisch. Offensiv hieß es, „wir müssen millionenfach auf die Straße gehen und nicht auf die Regierung hoffen“. Der Gedanke, mit Arbeitern, den Lokomotivführern der GDL gemeinsam zu demonstrieren fand Anklang. Ein Paar kam aus Solidarität mit dem Kampf gegen Baupläne, die fruchtbaren Boden in Preungesheim versiegeln.
Einzelne haben das Flugblatt auch zerrissen - „mit euch wollen wir nichts zu tun haben“. Für diese undemokratische Geste bekamen sie von Umstehenden deutliche Worte zu hören. Einer meinte, Probleme kommen daher, weil die Regierung Geld ins Ausland schafft zur Unterstützung anderer Länder, es müsse aber in Deutschland bleiben. Diese Trugbild verbreiten die Medien. Staatlich gefördert werden Investitionen in andere Länder, um an billige Rohstoffe, neue Absatzgebiete und Militärstützpunkte heranzukommen. Deutschland arbeitet mit Diktaturen wie Saudi-Arabien und Türkei eng zusammen. Das kommt den Menschen dort gar nicht zugute. Da waren wir wieder einig.
Veranstalter wollte Flugblattverteilung verbieten lassen
Die Veranstalter informierten die Polizei, dass wir auf dem Kundgebungsplatz keine Flyer verteilen dürften. Polizei wollte uns des Platzes verweisen. Wir bestanden auf dem demokratischen Recht und warben weiter für eine sozialistische Alternative und den gemeinsamen Kampf von Bauern und Arbeitern.
Ein Bauer kritisierte, „ich bin es leid, mich immer rechtfertigen zu müssen, dass man nicht rechts ist“. Kritisch meinten einige, der Sozialismus sei gescheitert. Sie hatten Erfahrungen aus der DDR. Warum dort der Sozialismus zerstört werden konnte, darüber müssen wir aber streiten. Wenn die kleinbürgerlich-egoistische Denkweise vorherrscht, wird der Sozialismus zerstört. Das ist kein echter Sozialismus. Viele waren offen für Argumente.