Losung der MLPD traf Kern der Auseinandersetzung
Hamburg: Die Proteste haben großen Eindruck gemacht
Lange Schlange in den Zufahrtsstraßen zur Stresemannstraße, man hört schon das Hupen. Das war eine von den vielen Straßen an dem insgesamt wohl 8.000 Trecker, Geräteträger, LKW und andere Fahrzeuge die in einer Sternfahrt in die Hamburger Innenstadt kamen und für ihre Anliegen demonstrierten.
Vor der Geschäftsstelle stand ein Genosse schon 1,5 Stunden in Eiseskälte mit den MLPD-Plakaten und Flugblättern für Passanten: „Erzeugerpreise hoch, Verbraucherpreise runter“ und „Nur noch Krisen, eine Lösung: Sozialismus!“ Freundliche Reaktion aus den Treckern beim ersten Plakat, beim zweiten verhalten.
Ein zweiter Genossen kommt dazu und verteilt direkt in die Trecker. 40% sind offen für unsere Ansprache: „Wir unterstützen Eure Proteste! Arbeiter und Bauern zusammen - Neuwahlen sind nicht die Lösung! Protest ist links! Die AfD ist die Partei der Großagrarier!“ Weitere 30% unterstützen das ausdrücklich. Ein Landwirt: „Man sieht ja bei den Überschwemmungen, wie wichtig Subventionen sind, für das Ahrtal, auch aktell für uns Landwirte. Auch da fehlen sie!“ Einige kurze Wortwechsel dabei über Perspektive Sozialismus, Rettung vor der globalen Umweltkatastrophe.
30% nehmen von vornherein nicht, oder nach unserer Ansprache. Für die AfD tritt keiner offen ein. Die Passanten auf der Straße sind auch gespalten. Einige haben großes Verständnis, andere befürchten, dass die gesamte Demo von Querfront unterwandert ist.
Beim Einsatz vor Airbus Hamburg reagierte ein Teil der Kollegen sehr interessiert auf die Losung "Arbeiter und Bauern Hand in Hand gegen Regierung, rechte 'Opposition' und Monopole." Aber nicht wenige sehen noch nicht den Zusammenhang, sind genervt davon, dass sie Probleme auf dem Weg zur Arbeit haben. Die Busse in Hamburg fuhren während der Korsos kaum, da die wesentlichen Straßen durch die Autokorsos blockiert wurden. Aber es gab auch eine Stimme, die sagte, eigentlich bin ich viel zu gut durchgekommen. Da ist noch mehr drin.
In Bremerhaven kochten Hafenfrauen für die Bauern Suppe, Kaffee und Tee, damit sie es in der klirrenden Kälte aushielten. Die Blockaden der Bauern legten dort auch die Hafenzufahrten still, so dass nicht wenige Hafenarbeiter gar nicht mehr zur Arbeit kamen.
Die bundesweite Organisation der Proteste beeindruckte allerdings auch und dass die Absicht besteht, die Proteste mit den Kämpfen der Eisenbahner zu koordinieren. Auch international soll am 15. Januar ein großer Protesttag mit Beteiligung von Bauern aus Belgien und den Niederlanden stattfinden.