Bochum

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Opelaner solidarisch mit Protesten der kleinen und mittleren Bauern

Auch im zentralen Ersatzteilelager von Opel/Stellantis in Bochum waren die gestrigen Bauernproteste natürlich Thema Nr. 1.

Korrespondenz

Die Kollegen sind nicht nur solidarisch und unterstützen die Proteste gegen die Regierungspolitik von ganzem Herzen. Ein Opelaner, der selbst neben der harten Arbeit im Lager noch den kleinen Hof der Familie betreibt, meint: "Diese Kürzungen würden vielen kleinen Bauern endgültig das Genick brechen! Die Großagrarier würden das wohl überstehen und sich vielleicht noch freuen, wenn sie unser Land dann übernehmen können!" Das ist eine wichtige Ansage auch gegen die Spaltungspolitik in den Massenmedien, wonach angeblich alle Bauern riesige Gewinnzuwächse gehabt hätten. Solche Spaltungsversuche kennen wir von den Automobil-Monopolen schon zur Genüge.

 

Viele fragen auch: "Warum sind wir eigentlich nicht mit dabei? Warum ruft unser IG-Metall-Vorstand nicht auch dazu auf? Zusammen mit den Bauern und mit der GdL könnten wir auch unsere Forderungen nach Lohnnachschlag und Arbeitszeitverkürzung durchsetzen!" Dass hier offensichtlich aus Gründen der "internationalen Wettbewerbsfähigkeit" die Profite der Konzerne geschont werden und auch die Bundesregierung, weil manchem Funktionär sein SPD-Parteibuch näher ist als die Interessen der Gewerkschaftsbasis, wird breit kritisiert. Einen selbständigen Kampf halten die meisten Kollegen im Moment noch für eine zu hohe Anforderung, auch wenn sie wissen: Bis zur nächsten Autobahnauffahrt ist es nicht weit von unserem Werk aus!

 

Natürlich bewegt die Kollegen auch der Versuch von rechten und faschistischen Kräften, die Proteste der Bauen zu unterwandern und zu instrumentalisieren. Das wird von den meisten Kollegen klar abgelehnt. Viele wissen, dass die AfD die Agrarkürzungen im Bundestag voll mitgetragen hat und gegen uns Arbeiter eine noch härtere Ausbeutung durch die Kapitalisten durchsetzen will. Trotzdem darf nicht unterschätzt werden, dass immer noch viel zu viele meinen: "Hauptsache Protest gegen die Regierung, egal mit wem und wenn nötig auch mit der AfD". Dagegen müssen wir unter den Kollegen und in der IG Metall noch viel mehr Überzeugungsarbeit leisten und klare Kante zeigen!

 

Sehr gut werden deswegen die Artikel auf Rote Fahne News und die Presseerklärung der MLPD aufgegriffen, die wir im Lager verbreiten. Ein Kollege bedankt sich regelrecht für die klare Position für die Proteste und gegen die Rechten. Die Frage der Umweltkatastrophe und die Perspektive des echten Sozialismus wird immer mehr zum Tagesthema in den Gesprächen, weil die Kollegen spüren: "So wie jetzt kann es auf keinen Fall weitergehen!"