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Bauernprotest - intensive Diskussionen

Gut 3000 Trecker - deutlich mehr als erwartet - aus ganz Niedersachsen kamen am 11. Januar zur Demo und Kundgebung in Hannover zusammen. Dabei auch viele Arbeiterinnen und Arbeiter aus Landmaschinenwerkstätten, Agrar- und Saatgutbetrieben und andere mehr.

Korrespondenz aus Hannover
Bauernprotest - intensive Diskussionen
Traktoren bei den Bauernprotesten in Hannover. (RF-Foto)

Es gab eine Riesen-Empörung über die Politik der Ampel-Koalition. Vertreter der drei Regierungsparteien sahen sich genötigt, zu sprechen. Kein einziger hat in Aussicht gestellt, irgendetwas von den Kürzungen zurück zu nehmen. Sondern sie versuchten, mit den Bauern "im Dialog zu bleiben". Schöne Worte waren das Einzige, was sie zu bieten hatten.

 

Dafür wurden sie entsprechend ausgepfiffen. Eine Landarbeiterin: "Wie immer Honigtopf. Worte ums Maul geschmiert, aber nichts konkretes." Teilweise waren sie aus 80 bis 100 Kilometern Entfernung gekommen, schon 3 Stunden unterwegs und mächtig stolz auf ihre Aktion. Viele Passanten zeigten am Straßenrand ihre Solidarität. Überwiegend trugen die Teilnehmer Aufkleber oder Schilder "Landwirtschaft ist bunt, nicht braun", um sich gegen vereinzelt auftretende rechte Kräfte zu positionieren.

 

Wir haben die Erklärung der MLPD mit der Losung "Arbeiter und Bauern Hand in Hand" angeboten. Das war für viele ungewohnt, doch in der Diskussion entwickelte sich oft ein Interesse daran. Mehrere bedankten sich für die Solidarität. In den Gesprächen sind wir auf eine wachsende Politisierung und Polarisierung gestoßen. Das reichte von Sorge um die Zerstörung der natürlichen Umwelt bis zu Argumenten, Geld wäre da, wenn es nicht für Flüchtlinge, Bürgergeld und Entwicklungshilfe ausgegeben würde. Immer wieder Nachdenklichkeit, wenn wir die Umverteilung mit Milliarden-Subventionen aus den Taschen der Arbeiter und Bauern in die Kassen der Monopole ansprachen.

 

Insbesondere die Jungen machten sich Sorgen über ihre Zukunft, aber auch viele Ältere sagten: "So kann es mit dieser Regierung und der Gesellschaft nicht weitergehen". Unter einem Teil gab es eine spürbare Offenheit für die gesellschaftliche Perspektive, wobei sie überwiegend dem Sozialismus kritisch gegenüber standen. Aber wir konnten viele kontroverse Diskussionen über die Erfolge führen, zum Beispiel mit der Kollektivierung, und ob das nicht eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen bringen würde.

 

Insgesamt ein interessanter Einsatz mit vielen neuen Erfahrungen!