Aus Klein-/Mittelbetrieb

Aus Klein-/Mittelbetrieb

Statement eines Milchbauern

Der Milchbauer eines Klein-/Mittelbetriebs aus dem Sauerland äußert sich wie folgt:

"Diese Maßnahmen der Regierung haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Man muss immer und überall, ob am Montag beim Protest, auf dem Hof an der Feuertonne oder im Interview betonen, dass das ganze System geändert werden muss. Die Produktpreise stimmen einfach nicht mehr. Das ist nicht nur ein Problem von SPD, Grünen und FDP. Auch CDU und Bauernverband haben es in den letzten 20 Jahren verpasst, dieses Problem zu lösen. Es stimmt etwas grundsätzlich nicht in der Wertschöpfungskette.

 

In den kleinen Betrieben können wir nicht mal Mindestlohn bezahlen, auch nicht für ausgebildete Agraringenieure. Und gleichzeitig ist Herr Aldi der reichste Mann der Republik. Die haben 25% Eigenkapitalverzinsung, die Molkereien 19%. Dabei versorgen WIR die ganze Gesellschaft mit Nahrungsmitteln. Und unsere Betriebe können ihre Ausgaben nicht decken. Heute belastet schon ein neuer Kuhstall den Liter Milch mit 10 Cent, da ist noch keine Instandhaltung und sind noch keine sonstigen Kosten drin.

 

Die jetzt geplanten Streichungen haben mit Umweltschutz nichts zu tun. Es gibt keine Alternativen - und wer soll denn die neuen Trecker finanzieren? Wir haben überhaupt nichts gegen Umweltpolitik, wir leben schließlich von der Umwelt. Wir machen auch Weidehaltung, wenn wir wissen, wie wir sie finanzieren sollen. Wir werden uns an den Protesten beteiligen, denn zunächst mal brauchen wir jeden Euro. Für mich ist keine Frage, dass wir uns von der AfD distanzieren. Natürlich gibt es bei uns auch Leute, die die AfD wählen, mit denen muss man auch reden.

 

Ich kann nur nochmal sagen. Das ganze System muss sich ändern. Strukturwandel gibt es immer. Aber so können wir nicht überleben."