Zunahme um 5 Prozent
Malaria: Erkrankungen nahmen letztes Jahr wieder zu
Der Pharmakonzern Novartis, der das Malariamedikament Coartem verkauft, zitierte auf seiner Webseite die senegalesische Professorin Awa Marie Coll-Seck mit den Worten: "Auch dank Novartis wird vielleicht schon die nächste Generation in einer Welt ohne Malaria leben". Unterdessen hat Novartis dieses Zitat auf der Webseite gelöscht.
Die Ziele von Novartis und der WHO liegen in weiter Ferne, wie der Malaria-Report 2023 der WHO zeigt. 2022 haben die Malariafälle wieder zugenommen, nachdem diese und vor allem die tödlichen Verläufe seit dem Jahr 2000 abgenommen hatten. Letztes Jahr sind weltweit rund 250 Millionen Menschen an Malaria erkrankt, weit mehr als in Vor-Covid-Zeiten, so die Schätzung. Gegenüber dem Vorjahr 2021 ist dies eine Zunahme von fünf Prozent.
Laut Stephanie Nolen von der New York Times sind neben der abnehmenden Wirksamkeit von Malaria-Medikamenten und den Folgen der Pandemie vor allem die massive Erderwärmung und weitere Faktoren der begonnenen globalen Umweltkatastrophe für diese Entwicklung verantwortlich. Die neu aufgetretenen Fälle konzentrieren sich auf die Länder Pakistan, Nigeria, Uganda Äthiopien und Papua Neuguinea. In drei dieser Länder (Pakistan, Nigeria, Äthiopien) sei die Zunahme von Malaria eine direkte Folge von Naturkatastrophen im Zusammenhang mit der Klima- und Umweltkatastrophe.
Pakistan erlebte 2022 eines der schlimmsten Hochwasser seiner Geschichte. Ein Drittel des Landes stand unter Wasser, 33 Millionen Menschen wurden intern vertrieben. Durch das Hochwasser und die zurückgebliebenen stehenden Gewässer konnten sich die Mücken beliebig ausbreiten, die als Träger der Malaria gelten. Zudem hat das Hochwasser auch einen Teil der Gesundheits-Infrastruktur beschädigt oder gar zerstört. 2022 nahm die Anzahl Malariakranker von 275 000 im Vorjahr auf 3,1 Millionen zu. Die Übertragungsrate verfünffachte sich innerhalb eines Jahres. 2023 dürfte die Anzahl Malariakranker noch höher sein.
Im Jahr 2015 erhielten drei Forscher den Nobelpreis für Medizin für neue Therapien parasitär verursachter Krankheiten wie Malaria. Unter ihnen war die damals 84-jährige chinesische Wissenschaftlerin Youyou Tu. 1967 hatte Mao Zedong Ärzte und Mediziner des damals sozialistischen China aufgerufen, alle Kräfte zu bündeln, um einen Wirkstoff gegen Malaria zu finden. Neben dem Kampf gegen die Malaria in China selbst war der proletarische Internationalismus das Motiv Mao Zedongs: Die Regierung der VR China unterstützte das von Malaria geplagte vietnamesische Volk im Kampf gegen den US-Imperialismus. Als eine von 500 Wissenschaftler/-innen in 60 Laboren hatte Youyou Tu einen wichtigen Beitrag dazu geleistet. Rote Fahne News berichtete: Medizin-Nobelpreis für Gesundheitspolitik in der Großen Proletarischen Kulturrevolution