Zugeständnisse erreicht
GDL: Abschluss mit Go-Ahead - Neues Angebot der Bahn nicht akzeptabel
Die Tarifverhandlungen zwischen den beiden Unternehmen des Go-Ahead-Konzerns – Go-Ahead Baden-Württemberg GmbH und Go-Ahead Bayern GmbH – und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) wurden am 5. Januar 2024 zum Abschluss gebracht.
Erreicht wurde eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden in der Woche, eine Fünf-Tage-Woche sowie eine schrittweise Lohnerhöhung um 420 Euro. Die Arbeitszeitverkürzung gilt allerdings nur für Schichtarbeiter und fängt am 1. Januar 2025 an. Sie wird schrittweise ohne Entgeltkürzung um drei Wochenstunden auf die durchschnittliche 35-Stunden-Woche abgesenkt.
Die Löhne der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner bei den Go-Ahead-Unternehmen erhöhen sich zum 1. Februar 2024 um 210 Euro und zum 1. Januar 2025 um weitere 210 Euro – in Summe also um 420 Euro. Auch die Zulagen werden erhöht – in Summe um durchschnittlich 17 Prozent innerhalb der Laufzeit von 24 Monaten. Eine Inflationsausgleichsprämie von 3.000 Euro wurde bereits im November vereinbart und wird seither in Raten ausbezahlt. Nach spätestens fünf Schichten haben die Kolleginnen und Kollegen Anspruch auf mindestens 48 Stunden freie Zeit. Kolleginnen und Kollegen in der Qualifizierung beziehungsweise Umschulung zum Lokomotivführer bekommen schrittweise 30 Prozent mehr Geld. Azubis bekommen je nach Ausbildungsjahr bis zu 50 Prozent mehr.
Diese Tarifergebnisse enthalten deutliche Zugeständnisse. Die Bahn hat der GDL jetzt ein neues Angebot unterbreitet. Statt einer Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden in der Woche bei vollem Lohnausgleich soll jedoch ein vages Schicht-Auswahlmodell zur Diskussion stehen. Damit würde einer weiteren Flexibilisierung der Arbeitszeit im Interesse des Bahnkonzerns Tür und Tor geöffnet. Der Bahnvorstand will eine neue Verhandlungsrunde am 10. Januar und ist der Meinung, dass Streiks damit völlig überflüssig geworden seien.
Wir sehen das anders. Von den Forderungen der GDL ist das Angebot meilenweit entfernt. Bleibt zu hoffen, dass die GDL-Kolleginnen und -Kollegen nicht einknicken. Ein Streik bei der Bahn würde jetzt ein unbedingt richtiges Signal der Arbeiterbewegung senden.