Krieg um Gaza
Mehr als 800 Organisationen fordern einen Waffenstillstand
Weltweit 800 Organisationen, darunter Amnesty, Oxfam oder Caritas, aber auch Organisationen aus Israel wie das Komitee gegen Hauszerstörungen, und aus Palästina wie das palästinensische Center für Frieden und Demokratie, fordern gemeinsam einen Waffenstillstand und die Freilassung der Geiseln.
Es ist zu begrüßen, dass sich so viele unterschiedliche Organisationen in der Kritik an dem barbarischen israelischen Krieg gegen die palästinensische Zivilbevölkerung zusammengefunden haben. Kritisch muss man aber anmerken, dass diese Einheit und ihre Forderungen bei weitem nicht ausreichen. Netanjahu sagt, ein Ende des Krieges werde bis zur vollständigen Zerschlagung der Hamas nicht in Frage kommen. Aber die weltweiten Massendemonstrationen und insbesondere die klare Position von revolutionären Parteien wie der MLPD setzen Israel immer mehr unter Druck, so dass jetzt wenigstens Hilfslieferungen in Gang kommen. Worauf es heute ankommt, ist der konsequente Kampf gegen die imperialistischischen Verursacher des imperialistischen Kriegs um Gaza, den US-Imperialismus, den israelischen Imperialismus, die EU, Iran, Katar ... Stärkt die internationale antiimperialistische und antifaschistische Einheitsfront!
Hier der Aufruf der 800 Organisationen
Wir haben im Gazastreifen und in Israel Tod und Zerstörung in unvorstellbarem Ausmaß erlebt. Tausende von Menschen wurden getötet, verletzt, vertrieben, und fast zweihundert werden weiterhin als Geiseln gehalten, darunter auch Kinder und ältere Menschen.
Im Gazastreifen gehen nach Angaben der UNO aufgrund der Belagerung Wasser, Lebensmittel, Treibstoff, medizinische Versorgung und sogar Leichensäcke zur Neige. Die UNO warnte, dass die Menschen – insbesondere kleine Kinder – bald an schwerer Dehydrierung sterben werden. Stadtviertel wurden zerstört und in Schutt und Asche gelegt. Palästinenser, die Sicherheit suchen, können nirgendwo hin. Viele derjenigen, die nach dem Umsiedlungsbefehl der israelischen Armee aus dem nördlichen Gazastreifen in den Süden umgesiedelt sind, wurden Berichten zufolge bei ihrem Fluchtversuch oder nach ihrer Ankunft im südlichen Gazastreifen bombardiert.
Die Ereignisse der letzten Woche haben uns an den Abgrund einer humanitären Katastrophe geführt, und die Welt kann nicht länger warten, um zu handeln. Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung. Am Sonntag, dem 15. Oktober, appellierte der Koordinator der Vereinten Nationen für humanitäre Hilfe in den besetzten palästinensischen Gebieten an alle Konfliktparteien und an die Mitgliedstaaten mit Einfluss, dringend eine humanitäre Waffenruhe zu vereinbaren. Heute vereinen wir unsere Stimmen und rufen alle Staatsoberhäupter, den UN-Sicherheitsrat und die Akteure vor Ort auf, dem Schutz von Menschenleben Vorrang vor allem anderen einzuräumen.
Während dieses Waffenstillstands rufen wir alle Parteien dazu auf, sich bedingungslos zu verpflichten:
- Erleichterung der Lieferung lebensrettender Hilfe, einschließlich Nahrungsmitteln, medizinischer Versorgung, Treibstoff und der Wiederherstellung von Strom und Internet im Gazastreifen, sowie sichere Durchreise für humanitäres und medizinisches Personal!
- Befreiung aller zivilen Geiseln, insbesondere von Kindern und älteren Menschen
- Erlauben Sie humanitären Konvois, UN-Einrichtungen, Schulen, Krankenhäusern und Gesundheitseinrichtungen im nördlichen Gazastreifen zu erreichen, und verpflichten Sie sich, sie sowie die Zivilisten und das Personal in ihnen jederzeit zu schützen.
- Aufhebung des Befehls der israelischen Regierung, dass Zivilisten den nördlichen Gazastreifen verlassen sollen
- Ermöglichung der Evakuierung von Patienten in kritischem Zustand zur medizinischen Notversorgung