Gelsenkirchen
BP-Werksschutz und Polizei rasten aus
Zwei Tage vor Weihnachten waren wir wie regelmäßig am Tor der Raffinerie BP in Gelsenkirchen-Horst. Nach wochenlangen Auseinandersetzungen mit Polizei und Werkschutz hatten wir uns vor zwei Jahren unseren Platz am Tor erkämpft: Es handelt sich zwar um Werksgelände, aber nicht befriedet, weshalb die Rote Fahne dort ihr Recht auf Verbreitung hat.
Unsererseits und von Seiten der Kollegen herrschte vorweihnachtlich-entspannte Atmosphäre. Für die ruhigen Weihnachtsfeiertage boten wir gute Lektüre an, so in erster Linie das Buch über die begonnene globale Umweltkatastrophe, worüber es einige kurze anregende Gespräche gab.
Als es aus Eimern zu schütten begann, entschieden wir, dass eine Genossin unseres Teams mit einer schweren chronischen Erkrankung sich unter das Dach des Pförtnerhäuschens stellt und dort die Rote Fahne anbietet. Dem offensichtlich rechts und antikommunistisch gesinnten Security-Dienst Stoelter passte das ebenso wenig wie unser Appell an ihre weihnachtliche Nächstenliebe und der Verweis darauf, dass unserer Ansicht nach auch hier noch nicht befriedetes Gelände ist.
Plötzlich schoss ein großer kräftig gebauter Werkschützer aus der Pförtnerbude und rempelte und schubste die Genossin über mehrere Meter "Brust an Brust", das Gesicht nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt. Als die andere Genossin ihr zur Seite sprang, kam der zweite kräftig gebaute Pförtner, und zu zweit meinten sie, die zwei Frauen anschreien, bedrängen und anfassen zu dürfen. Die Genossinnen protestierten lauthals und auch vorbeikommende Kollegen brachten ihr Unverständnis über ein solches Verhalten zum Ausdruck. "Die spinnen hier mittlerweile vom Werkschutz, bei denen muss auch unsereins Angst haben".
Mit dem Handy eines Kollegen riefen wir die Polizei, um Anzeige wegen Nötigung zu erstatten. Doch es kam anders: Nach einer kurzen Schilderung der Sachlage verschwand die Polizei für zehn Minuten beim Werkschutz, um uns anschließend zu verkünden, dass sie nun unsere Personalien aufnehmen würden, da BP Anzeige wegen Hausfriedensbruch stellt. Nach erklärtem Protest unsererseits nahmen sie unsere Personalien auf, um mit unseren persönlichen Adressdaten anschließend zu den rechten Pförtnern zu gehen. Wir folgten und forderten von der Polizei, dass sie nicht das Recht hat, unsere Adressdaten diesen Randalierern zu geben. Die Polizei verlangte, dass wir sofort das Pförtnerhäuschen verlassen, da sie uns ansonsten wegtragen und eine Nacht in Gewahrsam bringen würden. Es geht wohlgemerkt um drei Meter, um die so ein Gezeter gemacht wurde. ...
Spannend geht es weiter - Hier die ungekürzte Fassung der Korrespondenz