Gazakrieg

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Zahl der getöteten Zivilisten im Gazastreifen wahrschenlich höher als bisher bekannt

18.787 Tote und 50.897 Verwundete seit dem 7. Oktober – diese Opferzahlen meldete der Sprecher der Gesundheitsministeriums im Gazastreifen am vergangenen Donnerstag. Das bedeutet, dass etwa jeder hundertdreißigste des Gaza durch den Krieg das Leben verloren hat. Zahlreiche Politiker sagen inzwischen, die Zahl der Toten sei unverhältnismäßig, der internationale Druck auf Israel wächst, in eine Waffenruhe einzuwilligen. Selbst der amerikanische Präsident Joe Biden sprach am Dienstag von „wahllosen Bombardierungen“. Israel bezweifelt die Zahlen. Es handele sich um Kriegspropaganda der Hamas. In der medizinischen Fachzeitschrift „The Lancet“ ist nun eine Untersuchung zu dem Thema erschienen. Die drei Autoren von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore kommen zu dem Ergebnis: es gibt keine Hinweise darauf, dass die Zahlen aus Gaza aufgebläht worden wären. Hätte das Ministerium die Zahlen aufgebläht, wäre damit zu rechnen gewesen, dass die allgemeine Mortalität die der UNRWA-Mitarbeiter (UNO-Hilswerk) übersteigt. Das Gegenteil ist der Fall. Die weitere Möglichkeit, dass UNRWA-Mitarbeiter in diesem Krieg ein höheres Sterberisiko haben als sonstige Bewohner des Gazastreifens, halten die Autoren für unwahrscheinlich: Sie weisen darauf hin, dass die Mitarbeiter des Hilfswerks häufig in ihren Häusern oder in Einrichtungen getötet worden seien, in denen sich viele Zivilisten aufhalten.