MLPD protestiert
Polizei räumt besetzten Hörsaal in Berlin mit Gewalt
Am Donnerstag besetzten Studierende der Freien Universität Berlin (FU) einen Hörsaal. Sie riefen zur Solidarität mit dem palästinensischen Volk auf, das seit Jahrzehnten unter der israelischen Besatzung leidet. Aktuell werden im Gaza-Krieg zehntausende Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, getötet. Diese Zivilisten sind nicht die Hamas!
Die Aktivisten, die den Hörsaal besetzten, gehören dem Bündnis Students for a Free Palestine an. Das Bündnis führte eine Demonstration über das Campusgelände und Flashmobs durch. Auch der kurze Marsch durch die volle Mensa zur Verkündung der Besetzung des Hörsaals konnte Aufmerksamkeit erwecken. Das Bündnis verurteilt in einem Statement die frühe Positionierung der Universitätsleitung vom 7. Oktober, die sich einseitig auf die Seite des israelischen Staats stellte. Das Bündnis fordert, dass die FU offiziell zum Waffenstillstand auffordert und die Gewalt des israelischen Staates gegen palästinensische Zivilisten verurteilt.
Studierende, die sich für die israelische Kriegsführung positionierten, rissen Aushänge und Plakate ab, auf denen die Hörsaalbesetzer ihre Solidarität mit dem palästinensischen Volk zum Ausdruck brachten. Die Polizei räumt den besetzten Hörsaal mit Gewalt. Außer der Besetzung führten die Aktivisten, unter denen auch die Jugendorganisation Young struggle ist, ein Programm mit Vorträgen zur Geschichte Palästinas und weiteren Themen durch. Young Struggle betonte in ihrem Vortrag über nationale Befreiungsbewegungen als Teil des Kampfes gegen Imperialismus und darüber hinaus die Legitimität des Widerstandes gegen Vertreibung und Besatzung wie auch gegen die Kriegsverbrechen in Gaza.
Die MLPD protestiert gegen die gewaltsame Räumung des Hörsaals. Sie nimmt einen kritischen Standpunkt dazu ein, dass in dem Bündnis Students for a Free Palestine zum Teil das Existenzrecht Israels bezweifelt wird. Aber sie wendet sich entschieden dagegen, wenn jetzt die ganze Aktion an der FU in bürgerlichen Medien als antisemitisch verunglimpft wird.
Solidarität mit dem palästinensischen Befreiungskampf ist kein Antisemitismus!