Was wissen wir über neue Virus-Varianten?
Heftige Corona-Welle – was nun?
Unbeeindruckt von der offiziellen Beendigung der Corona-Pandemie im April diesen Jahres meldet sich das Virus aktuell mit Macht zurück! 8 Millionen Menschen in Deutschland sind aktuell an Atemwegsinfekten erkrankt, die Hälfte davon durch das SARS-Cov2-Virus, also ca. 4 Millionen Fälle.
Trotzig veröffentlicht das staatliche Robert-Koch-Institut eine Sieben-Tage-Inzidenz von 37. Diese berechnet sich lediglich aus den durch PCR-Test nachgewiesenen Infektionen. In der Überwachungsstudie der Universität Mainz wurde in der Vorwoche die tatsächliche Sieben-Tage-Inzidenz mit 2600 berechnet, in dieser Woche schon mit 3900. Auch das Abwassermonitoring, das seit 2022 in 123 ausgesuchten Kläranlagen betrieben wird, zeigt momentan, dass die CoV2-Viruslast durch die Decke geht, es werden die bisher höchsten Werte gemessen. Danke, liebes Robert-Koch-Institut, für diesen wunderbaren Anschauungsunterricht, wie peinlich und daneben bürgerliche Wissenschaft sein kann. Von den Patienten, die gegenwärtig mit einem schweren Atemwegsinfekt in Deutschlands Krankenhäusern liegen, hat jeder Vierte Covid-19.
Was wissen wir über neue Virus-Varianten?
Es kommt häufiger vor, dass Geimpfte und Genesene erneut an Covid-19 erkranken, manchmal auch erneut in relativ kurzem Abstand. Inzwischen hat die Variante „Pirola“ das Rennen gemacht und dominiert mit 49%, im September gab es erst vereinzelte Fälle mit dieser Mutation. Sie wurde von der WHO unter besondere Beobachtung gestellt. Die Symptome sind etwas abweichend und beinhalten außer den bekannten Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen und Fieber jetzt auch juckende und teils gerötete Augen, wunde, rötliche Finger oder Zehen, Hautausschlag, Schwellungen oder Geschwüre im Mund, auf der Zunge und den Lippen, Durchfall und Müdigkeit.
Wie gefährlich ist Corona, was ist zu tun?
Der Anteil schwerer Verläufe und Todesfälle ist im Vergleich zu den ersten Corona-Wellen viel geringer. Durch Impfungen und Infektionen hat sich eine Grundimmunität in der Bevölkerung aufgebaut, die Behandlungskonzepte haben sich verbessert, auch durch die Entwicklung von tauglichen antiviralen Medikamenten. Nach gegenwärtigen Erkenntnissen haben 0,4% der Corona-Infektkionen einen tödlichen Ausgang, betroffen sind hier vor allem Patienten mit höherem Alter und mehreren Risikofaktoren. Bei 4% der Infizierten entwickelt sich das sogenannte Post-Covid- oder Long-Covid-Syndrom. Eine indirekte Gefährdung resultiert aus dem Personalausfall im Gesundheitswesen durch eigene Erkrankung, was bei der sowieso eklatanten Personalnot dann zu zusätzlichen Risiken führt.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach rät zu Impfungen gegen Grippe und Covid-19, Maske tragen im ÖPNV und wünscht sich, dass Weihnachtsfeiern abgesagt werden. Dafür wird er von rechten Politikern wegen „Panikmache“ kritisiert. In der Tat sind die alten Tugenden wie Maske tragen bei Ansammlungen in geschlossenen Räumen, Hygienemaßnahmen, Abstand halten wieder gefragt. Bei den Impfungen, die wir für ältere Menschen empfehlen, muss kritisch die Frage gestellt werden, warum aus den angekündigten Nasenspray-Impfstoffen nichts geworden ist, warum nicht insgesamt an besser wirksamen und verträglichen Impfstoffen gearbeitet wird. Da lassen internationale Übermonopole wie Pfizer-Biontech oder Astra Zeneca offensichtlich nicht an ihre Milliarden-Profite rühren. Die jetzigen Impfstoffe wurden entwickelt, da gab es Pirola noch gar nicht. Für die 5. Impfung gibt es dennoch bei einem bestimmten Risikoprofil Gründe.
Weinachtsfeiern absagen? Diesem Rat von Karl Lauterbach folgen wir nicht. Es gehört zur Kultur, zur Solidarität und zum Zusammenhalt, dass es (vor)weihnachtliche Zusammenkünfte und Silvesterfeiern gibt. Wenn alle vorher einen Schnelltest machen, erhöht das die Sicherheit, auch wenn es nicht gänzlich verhindert, dass es zu einer Virusübertragung kommt. Wir sind also wieder herausgefordert, kreativ zu planen, uns weder von Bagatellisierung noch von Panikmache anstecken zu lassen. Bei Schnelltests sollte man auf die Qualität achten. Der aktuellen Testsieger des Paul-Ehrlich-Instituts „Longsee“ ist empfehlenswert.
Die globale Gesundheitskrise ist Bestandteil der begonnenen globalen Umweltkatastrophe, die Einheit von Mensch und Natur wird gravierend gestört, Schadstoffe und andere Faktoren schwächen das menschliche Immunsystem. Die gegenwärtige Entwicklung ist deswegen auch ein Ansporn, gegen das imperialistische Weltsystem zu kämpfen, für die Rettung der menschlichen Lebensgrundlagen!