Naher Osten

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Norbert Blüm zur Besatzungsmacht Israel in Palästina

Über das Leben als Palästinenser in seiner Heimat berichtete ein prominenter Zeuge in einer Talkrunde:

Korrespondenz

„Das würde kein Mensch widerspruchslos ertragen, tagtäglich drangsaliert zu werden.

Man muss sich das Leben auf der Westbank so vorstellen:

Ein zerstückeltes Land, von Mauern zerstückelt. Wenn die Israelis Mauern bauen wollen, sollen sie Mauern bauen, aber zwischen Israel und das Palästinagebiet, nicht in das Palästinagebiete, 600 km im Palästinensergebiet. Bauern kommen nicht auf ihr Land. Ich bin mit einem Ambulanzwagen gefahren, der kam nicht durch. Ich habe ein Kind erlebt, das hatte einen Arm ab, weil sie es während der Ausgangssperre nicht ins Krankenhaus gelassen haben. Er war von einem Splitter zerfetzt worden. Das wäre zu retten gewesen.

 

Ich habe in Hebron gesehen, da haben palästinensische Läden auf dem Weg der kurzen Straße zur Moschee, wo der Abraham beerdigt liegt, Netze gespannt weil die israelischen Siedler ihren Müll auf die Palästinenser ausgießen. Demütigung!

 

Von Bethlehem nach Hebron, ich würde sagen 30 Minuten im Normalfall, da fahren die vier oder fünf Stunden, je nachdem wie viel Kontrollen dazwischen sind. Und an den Kontrollen, das muss man sich mal ansehen. Soll damit Terrorismus bekämpft werden? Ich kann mir nicht vorstellen, dass damit Terrorismus bekämpft wird. Dass Kinder gequält werden, dass Menschen verachtet werden.

 

Ich bin mit einem Palästinenser durch Hebron. Da kam so, Entschuldigung, ein Schnösel von Soldat und nahm ihm den Pass ab, ohne jeden Grund. Und auf die Frage warum? Nichts. Ich habe gesagt, wir bleiben stehen bis der Pass wieder da ist. In dieser Stunde hat der israelische Soldat dem Palästinenser zehnmal mit seinem Gewehr vor der Nase rumgespielt. Können sie mir mal sagen, was da Terrorismusbekämpfung ist. Ich kann ihnen sagen, was in dem Kopf des jungen Palästinensers vorgeht. So lässt sich kein Volk behandeln.

 

Ein zerstückeltes Land. Wie sollen die einen Staat bilden? Das sind Straßen, da dürfen nur Israelis drauf fahren.“

 

Die Worte sind von Ex-CDU-Politiker Norbert Blüm. Gefallen sind sie in einer Talkrunde im Beisein von Rudolf Dressler (damals deutscher Botschafter in Israel) und Michel Friedman. Im Internet zu finden sind sie unter: „Wie Blüm Israels Besatzung schilderte“. Nach diesen Worten und einem Bericht der Innenministerkonferenz von 2022 („Handlungsbedarf aufgrund zunehmender antisemitischer und antiisraelischer Hetze vor dem Hintergrund des Nahost-Konflikts“)¹, müssten Regierung und Behörden Norbert Blüm post mortem zum Antisemiten erklären und alle Ehrungen seiner Person aberkennen. Begründung: „israelbezogener Antisemitismus“.

 

Diese Begriffskrücke dient der Unterstellung von Antisemitismus in jeder Kritik an Israel.