Italien
Kritische Leserbriefe zu Artikel "Gewerkschafter empfangen Faschistin Meloni mit 'Bella Ciao'"
Kürzlich veröffentlichte "Rote Fahne News" eine Meldung einschließlich eines Videos, wie die faschistische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni beim Gewerkschaftskongress von CGIL mit "Bella Ciao" empfangen worden war.
Hier der Artikel, auf den sich die kritischen Leserbriefe beziehen: Gewerkschafter empfangen Faschistin Meloni mit 'Bella Ciao'".
Wenn das Schule macht, klopft Höcke bei Gewerkschaftsversammlungen an
Ein Leser schreibt: "Es ist unbedingt positiv, wenn sich Gewerkschafter mit diesem bekannten Partisanenlied klar gegen die Faschistin Meloni positionieren. Von Rote Fahne News sollte man aber erwarten, dass die Frage aufgeworfen wird, wieso Meloni überhaupt auf dem Kongress sein konnte. Sowas muss doch als keinesfalls akzeptabel prinzpiell kritisiert werden. Die Faschisten sind bekanntlich die ausgekochtesten Arbeiterfeinde und schrecken vor keinem Terror gegen die Arbeiterbewegung und die revolutionäre Bewegung zurück. Die Gewerkschaften müssen heute und auch im Sozialismus unbedingt die Überparteilichkeit wahren und auf antifaschistischer Grundlage arbeiten. Es ist auch hierzulande schon unakzeptabel, dass den arbeiterfeindlichen Monpolpolitikern bei Gewerkschaftstagen wie der IG Metall der rote Teppich ausgerollt und ihnen eine Plattform geboten wird, ihre Klassenversöhnungspolitik und ihre sozialchauvinstischen Positionen los zu werden. Wenn das Beispiel Meloni auch hierzulande Schule macht, kann man schon darauf warten, dass der AfD-Faschist Höcke als Spitzenkandidat zur Landtagswahl in Thüringen bei Gewerkschaftsversammlungen anklopft."
Offener Verrat an der antifaschistischen Gewerkschaftstradition
In einem weiteren Leserbrief heißt es: "Auf Rote Fahne News das zu bringen, ohne die Kritik daran, dass sie auf einem Gewerkschaftskongress eingeladen wird und spricht, ist falsch von euch. CGIL war einst KPI-orientiert. Die Kommunistische Partei Italiens entartete früh revisionistisch. Die Richtung, links und antifaschistisch zu sein, ist immer noch ein großer Anspruch unter der Masse der Kolleginnen und Kollegen. Es ist ein offener Verrat an diese Tradition, wenn der Generalsekretär der CGIL, Maurizio Landini, die Meloni einschleimend begrüßte: 'Dies ist ein wichtiger Moment für die Gewerkschaft, wir müssen mit allen sprechen. Wir müssen lernen, auch denen zuzuhören, die andere Ideen haben als wir. Man muss zuhören können, um sich bei denen Gehör zu verschaffen, die andere Vorstellungen haben. Ich danke Premierministerin Meloni, die zugesagt hat, als ich sie anrief, um sie einzuladen'. Das kennen wir zur Genüge auch bei uns, wie so die Zusammenarbeit mit faschistischen und faschistoiden Kräften salonfähig gemacht wird. ... Vor einem Jahr hatten hunderte Neofaschisten das Gewerkschaftshaus der CGIL gestürmt, zahlreiche Büros kurz und klein geschlagen. ... Es ist nicht einfach eine Naivität von führenden Gewerkschaftsfunktionären, die Arbeiter an faschistische Kräfte ihres jeweiligen Landes, ihre Todfeinde, zu binden. Wir müssen den Kampf und die Bewusstseinsbildung gegen die Querfrontpoltik als Methode der Monopole und ihrer imperialistischen Staaten weiter verstärken. Anstelle gemeinsame Front mit Reaktionären, Monopolen und ihre Regierungen: Arbeitereinheit national und international. Gut wäre, wenn Gewerkschaftsgliederungen hier die Kritik an der CGIL entwickeln über den europäischen Gewerkschaftsbund und eventuell auch über die Internationale Automobilarbeiterkoordinierung."
Die Rote-Fahne-Redaktion dankt den Autoren der Leserbriefe für ihre kritische Wachsamkeit.