Israel / Gazakrieg

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Israelische Armee tötet versehentlich drei Geiseln: Netanjahu gerät immer mehr unter Druck

Herzi Halevi, der israelische Generalstabschef, hat zugegeben, dass bei der versehentlichen Tötung von drei israelischen Geiseln, die im Gazastreifen von der Hamas festgehalten worden waren, durch die israelische Armee Einsatzregeln verletzt worden sind. Die drei hatten weiße Flaggen geschwenkt. Auf sie hätte nicht geschossen werden dürfen, so Halevi.

Korrespondenz

Die Angehörigen der weiter im Gazastreifen festgehaltenen Geiseln der Hamas haben Israel aufgefordert, mit den Kampfhandlungen aufzuhören. „Wir wollen, dass Sie den Kampf beenden und Verhandlungen beginnen“, sagte eine Frau, deren Vater noch in den Händen der Hamas ist, bei einer Veranstaltung des Forums für Geiseln und vermisste Familien in Tel Aviv gestern.

 

Bereits am Freitagabend demonstrierten Hunderte Menschen spontan in Tel Aviv wegen der Tötung der Geiseln. Sie forderten von der Regierung, sich für die sofortige Freilassung der Geiseln aus dem Gazastreifen einzusetzen. Mit Plakaten, Spruchbändern und Postern mit den Namen und Bildern vieler anderer Geiseln marschierten die Demonstranten in Richtung des Hauptquartiers der israelischen Armee.

 

Die israelischen Soldaten, die trotz der weißen Flaggen sofort das Feuer auf die drei Geiseln eröffneten, als sie aus einem Haus kamen, haben sie laut Halevi für Palästinenser gehalten! Nichts anderes bedeutet das als: palästinensische Zivilisten erschießen ist völlig richtig. Wenn Netanjahu von einer "schrecklichen Tragödie" spricht, heuchelt er unter dem Druck der weltweiten Kritik an seiner Kriegsführung Empathie. Für ihn besteht die Tragödie aber darin, dass die drei Männer keine Palästinenser waren.

 

Dass die Angehörigen nicht nur Verhandlungen zur Freilassung der Geiseln fordern, sondern ein Ende der Kämpfe, ist sehr zu begrüßen. Die Unterstützung des menschenverachtenden Vernichtungsfeldzugs der israelischen Armee im Gazastreifen bekommt Risse.