Solidaritätsdemo

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„Die Palästinenser sind nicht dasselbe wie die Hamas“

„Die Palästinenser sind nicht dasselbe wie die Hamas“ - das meinte eine Frau auf der Palästina-Solidaritäts-Demo am 16. Dezember 2023 in Düsseldorf, an der mindestens 500 Personen teilnahmen.

Korrespondenz aus Düsseldorf

Die Wut darüber, dass das Bombardement der israelischen Armee im Gaza-Streifen unvermindert weitergeht und über die Heuchelei der meisten Politiker, vor allem der Bundesregierung, ist riesig groß. Das Auftreten der MLPD wird im Allgemeinen begrüßt und wir konnten weitere 200 Flyer der ZK-Erklärung zum Gaza-Krieg verteilen.

 

Aber es bleibt viel Klärungsbedarf. Wenn die MLPD gegen die Hamas auftritt, dann tritt sie gegen alle Palästinenser auf, meinte ein palästinensischer Demonstrant. In unserem Flyer würden wir behaupten, alle Palästinenser seien Faschisten. Das ist einfach unwahr und es gibt bestimmt Kräfte, die solche Gerüchte gerne streuen. Jedenfalls konnten wir den Kollegen davon überzeugen, dass das nicht stimmt. Allerdings blieb er bei seiner Haltung, jetzt gehe es um die nationale Frage Palästinas, da müssten alle für die Hamas sein.

 

Die nationale Befreiung Palästinas unter der Führung von Faschisten? Man sieht doch im Iran, wohin das führt. Wir wurden auf unser Plakat „Freiheit für Kurdistan und Palästina“ angesprochen, warum denn hier keine Kurden mitdemonstrieren würden. Berechtigte Frage, und es waren auch nur wenige Deutsche, die an der Demo teilnahmen. Die Überbetonung der nationalen Frage führt nur in die Spaltung und die Sackgasse. Letztlich wird die Lösung der nationalen, sozialen und ökologischen Frage nur durch die internationale sozialistische Revolution und die vereinigten sozialistischen Staaten der Welt möglich sein.

 

Eine andere Diskussion, die auftauchte, drehte sich um die Frage der Rechtsentwicklung, gerade in Deutschland. Ein Kollege meinte, Deutschland sei ein Rechtsstaat und die Rechtsentwicklung wäre nicht von Dauer. Eine erhebliche Unterschätzung dieser Entwicklung, zumal diese mittlerweile die meisten imperialistischen Staaten erfasst hat, bis hin zu faschistischen Diktaturen.

 

Insgesamt herrschte eine große Offenheit für Gespräche und Diskussionen, und auch für Spenden. Im Namen der United Front sammelten wir 192,50 € an Spenden für einen Krankenwagen im Gazastreifen. Auch das Rote-Fahne-Magazin fand Abnehmer; das Buch „Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen“ leider diesmal nicht, aber Interesse daran und gute Gespräche.